Café Architektur
Durch den wirtschaftlichen Strukturwandel ist der Kanton Graubünden seit längerem einem baulichen Umwandlungsprozess unterworfen. Diese Prozesse treffen sowohl das Churer Rheintal wie auch periphere Regionen gleichermassen. So unterliegt das Churer Rheintal einem zunehmenden Verstädterungsprozess, und die nahen Täler werden vermehrt zu Pendlerregionen. Auch in weiter abgelegenen Gebieten verschieben sich die Arbeitsplätze weg von der Landwirtschaft hin zu Dienstleistungen und Tourismus.
Eine Allerweltsarchitektur, wie sie auch aus dem Schweizer Mitteland bekannt ist, breitet sich aus. Traditionelle Siedlungsformen und Bautypologien wie beispielsweise Ställe kommen zunehmend in Bedrängnis. Die in Dörfern gelegenen kleineren Stallungen sind bereits durch neue, grosse Stallbauten am Dorfrand ersetzt worden. Auch in weiter abgelegenen Gebieten, wo die traditionellen Dorfstrukturen meist noch recht gut erhalten sind, entstehen am Rande oder neben der bestehenden Siedlung neue Quartiere mit Allerweltsbauten.
Bauen ist im Kanton Graubünden ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Jedoch stellen die geschilderten Prozesse bei allen kurzfristigen wirtschaftlichen Chancen längerfristig auch ein Problem dar – insbesondere in einem Kanton, der stark vom Tourismus abhängig ist. Im Zuge der wirtschaftlichen Wandlungsprozesse muss aber auch ein siedlungsbaulicher Wandel möglich sein. Der Architektur kommt dabei eine gesellschaftliche Aufgabe zu, die weit über ihre eigentliche Funktion hinausweist. Welchen Herausforderungen muss sich die Architektur somit stellen? Worin liegen die Chancen von zeitgemässer, dem Wandel Rechnung tragender Architektur?
Leitung
Walser Daniel, Dipl. Architekt ETH / SIA
Dozent
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