HTW Chur

Hochschule für Technik und Wirtschaft

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Gründungsbarometer

Erfolgsfaktoren und Hemmnisse von neuen und wachsenden Unternehmen

  

Beginn: 2008, Ende: 2010

 

Projektleitung: Prof. Dr. Kerstin Wagner

 

Projektteam: Katharina Becker, Dr. Franz Kronthaler, Michael Isler, Marina Kirchen

 

Neue und wachsende Unternehmen sind ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen und Nationen. Sie fördern die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die Entstehung von Innovationen, den Strukturwandel und schaffen auf lange Sicht neue Arbeitsplätze. Dabei zeigt sich jedoch, dass bestimmte Regionen und Kantone eine hohe Anzahl an neuen und wachsenden Unternehmen aufweisen, während dies an anderen Orten nicht der Fall ist. Dass derartige Aktivitäten zwischen Regionen in der Schweiz stark variieren, verdeutlicht, dass räumliche Gegebenheiten Einfluss auf die Entstehung und die weitere Entwicklung neuer Unternehmen haben.

 

 

Innerhalb des Projektes werden im jährlichen Turnus Fragestellungen bearbeitet, die Aufschlüsse auf das Gründungsgeschehen, den Erfolg und das Scheitern von neuen und wachsenden Unternehmen geben. Das Projekt stellt eine Art „Barometer“ dar, um den Status-quo sowie Veränderungen und Erfolgsfaktoren aufzuspüren. Des Weiteren soll es Entscheidungsgrundlage und Basis für die gezielte und bedürfnisorientierte Unterstützung junger Unternehmen und politischer Entscheidungsträger darstellen.

 

Erste regionale Ergebnisse zeigen für Graubünden, dass der Wissens- und Technologietransfer als eher unterdurchschnittlich eingeschätzt wird, jedoch auch von kleinen und jungen Unternehmen als zu wenig bedeutsam erachtet und nicht aktiv nachgefragt wird. WTT wird vor allem von jenen Unternehmen benötigt und heute zumindest teilweise aktiv nachgefragt, die wachstumsorientiert sind und Innovationen entwickeln. Studien aus den USA zeigen, dass sog. „High-Impact Firms“ (innovative, wachsende Firmen) in etwa 5-6 % des Unternehmensbestands einer Region bzw. einer Nation ausmachen. Bei etwas mehr als 200 neuen Unternehmen pro Jahr in Graubünden ist daher zu erwarten, dass im jährlichen Durchschnitt etwa 10 Unternehmen das Potenzial besitzen, sich zu „High-Impact Firms“ zu entwickeln. Bei einem Unternehmensbestand von etwas weniger als 15‘000 Betrieben in Graubünden, ist anzunehmen, dass es rund 800 Unternehmen gibt, die sich auf diesem Entwicklungs- und Wachstumspfad befinden, aktiv Wissens- und Technologietransfer benötigen und umsetzen können.

 

Der Zugang zu Fördergeldern für technologieorientierte und wissensbasierte, grosse und zentrale gelegene Unternehmen wird deutlich besser eingeschätzt als für kleine oder gewerblich orientierte Betriebe. Gleichermassen wird jedoch auch aufgezeigt, dass die Ansprüche von den Unternehmern oft zu hoch gesteckt sind und die Projekte zum Teil zu klein sind, um unterstützt zu werden. Keine oder fehlerhafte Business Pläne, unrealistische Budgetvorstellungen oder fehlendes Know-how geben Hinweise auf Defizite auf Unternehmerseite.

 

Eine weitere Hürde bezüglich Risikokapitals ist in Graubünden, dass die räumliche Nähe zu VC-Gesellschaften fehlt und daher der Zugang erschwert ist. Gerade auch aufgrund der Tatsache, dass Banken bei der Kreditfinanzierung von technologieorientierten, risikobehafteten Unternehmen sich eher zurückhaltend verhalten, stellt Risikokapital eine wichtige Form der Finanzierung für derartige Unternehmen dar.

 

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