"Man sollte eine gewisse Grund-Neugier mitbringen, ebenso ein Flair fürs Organisieren und Freude daran mit anderen Menschen zu arbeiten."
Seraina Scherer
Abschluss: 2006
Heute tätig als Informationsmanagerin
Nach der Matura absolvierte Seraina Scherer ein einjähriges Vorpraktikum in der Kantonsbibliothek Baselland, arbeitete danach aushilfsweise im Büro des Tiefbauamts Baselland und im Data Management der Firma Syngenta. Nach dem Studium wurde sie 2006 von der BaselArea, der Wirtschaftsförderung der Kantone Basel-Stadt und Basel-Land angestellt. Seraina Scherer ist zuständig für Recherchen, für die Pressesichtung und die Betreuung der Datenbank.
Sie haben an der HTW Chur Informationswissenschaft studiert. Warum haben
Sie sich für die HTW Chur entschieden?
In diesem Studienbereich gab es 2003 nur die Möglichkeit, in Genf oder Chur an der jeweiligen Fachhochschule zu studieren. Für das Bündnerland habe ich mich einerseits wegen der Sprache und andererseits wegen einer persönlichen Vorliebe für den Kanton entschieden.
Was war für Sie das Highlight in Ihrer Studienzeit?
Ein Höhepunkt war sicherlich der Projektkurs Ende des Studiums, wo wir gemeinsam mit Prof. Barth das Buch "Ungesunde Lesewuth" über die Allgemeinen Bibliotheken der GGG Basel und deren 200-Jahr-Jubiläum verfasst
haben.
Worauf hätten Sie gerne verzichtet während des Studiums?
Ich empfand die lange Pendlerei aus der Nordwestschweiz nach Chur teilweise
als anstrengend und mühsam und hätte darauf gerne verzichtet. Aus
privaten und beruflichen Gründen konnte ich jedoch meinen Wohnsitz nicht
ganz ins Bündnerland verlegen und bin jede Woche einmal ins Baselbiet
heimgereist.
Was war Ihre nächste Station nach dem Studium?
Ich arbeite als Informationsspezialistin bei BaselArea, der Wirtschaftsförderung
der Kantone BS und BL. Ich bin für die Pressesichtung, die Betreuung
der Datenbank (welche ich in Zusammenarbeit mit einem Informatiker
auch konzipiert hatte) und für Recherchen jeglicher Art für unsere Kunden
zuständig.
Wie haben Sie den (vollen) Einstieg ins Berufsleben empfunden?
Ich bin mit einem 80-Prozent-Pensum eingestiegen, was ich als sehr angenehm
empfunden habe. Nach einem Jahr habe ich mein Pensum um zehn
Prozent erhöht und arbeite nun 90 Prozent.
Welche Aspekte aus Ihrem Studium waren für Sie hilfreich?
Dass unser Studium immer sehr praxisnah/praktisch angelegt war. Als sehr
gut empfinde ich auch, dass man zu Beginn des Studiums ein breit gefasstes
Spektrum an Fächern abdeckt und auch wir Informations- und Dokumentationsspezialisten uns z. B. mit dem Schweizerischen Recht auseinander setzen mussten.
Was würden Sie am Studium ändern, damit es noch praxisgerechter wird?
Für mich ist diese Frage schwierig zu beantworten, da die Studienrichtung
seit meinem Abschluss ziemlich grosse Veränderungen erfahren hat, da sie
u. a. der Bologna-Reform angepasst wurde.
Wem würden Sie das Studium empfehlen?
Allen, die gerne "hinter den Kulissen" einer Bibliothek, eines Archivs, einer
Dokumentationsstelle oder anderen interessanten Firmen, Banken oder
Vereinen arbeiten und für die interne und externe Informationsvermittlung
verantwortlich sein möchten. Man sollte eine gewisse Grund-Neugier und
Recherchier-Freude mitbringen, ebenso ein Flair fürs Organisieren und
Freude daran, mit/für andere(n) Menschen zu arbeiten.


