Diplomarbeiten 2004
Im Abschlussjahrgang 2004 des Vollzeitstudiums Information und Dokumentation wurden 20 Diplomarbeiten geschrieben. Das Themenspektrum ist entsprechend breit.
Einige der besten Diplomarbeiten wurden in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft publiziert und stehen online im Volltext zur Verfügung.
Bei Interesse an einer der anderen Arbeiten wenden Sie sich bitte an Iris Capatt.
Übersicht der Arbeiten
Abstracts
Die Zukunft der Informationsvermittlung in privatwirtschaftlichen Unternehmen der Schweiz
Diplomandin: Stefanie Arnold
Referent: Prof. Dr. Urs Naegeli
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
In den letzten Jahren hatten einige Informationsvermittlungsstellen (IVS) mit Umstrukturierungen und Sparmassnahmen zu kämpfen, wodurch vielerorts Unsicherheiten entstanden sind. In der Arbeit wird die Stimmung und die momentane Situation der innerbetrieblichen Informationsvermittlung (IV) in einigen ausgewählten privatwirtschaftlichen Unternehmen der Schweiz wiedergegeben. Im Zentrum steht eine punktuelle Befragung von IVS, welche in der Schweizer IV-Landschaft mehrheitlich in folgenden Branchen angesiedelt sind: Grossbanken, Unternehmensberatung, Versicherungen, Medien sowie Pharma- und Chemieindustrie.
Im ersten Teil der Arbeit wird die bisherige Entwicklung der IV und ihrer Dienstleistungen aufgezeigt. Anschliessend wird das Umfeld der genannten Branchen erläutert. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden anhand von fünf Experteninterviews mögliche Tendenzen für die weitere Entwicklung der IV abgeleitet.
Information Literacy an Hochschulen – Entwicklungen in den USA, in Deutschland und der Schweiz
Diplomandin: Esther Bättig
Referentin: Denise Vosseler
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Die zunehmende Dynamik auf dem Gebiet der Informations-, Vernetzungs- und Medientechnologien hat für das System der akademischen Ausbildung gravierende Auswirkungen. Es wird eine neue Literacy, die Information Literacy, verlangt.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Aufgaben der Hochschulbibliotheken, die im Zusammenhang mit der Vermittlung von Information Literacy entstehen.
In den Hochschulbibliotheken der angelsächsischen und skandinavischen Länder hat die aktive Rolle, die Bibliothekare im Rahmen der Ausbildung von Information Literacy bei Studierenden spielen, bereits eine gewisse Tradition.
Am Beispiel der USA wird die Entwicklung von Information Literacy aufgezeigt. Es wird auf For-schungsergebnisse und wirkungsvolle Methoden zur Vermittlung von Information Literacy eingegangen. In einem weiteren Teil werden die Entwicklungen in Deutschland und der Schweiz analysiert. Die Erkenntnisse werden anschliessend mit der Situation der USA verglichen.
Organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen bei der Einführung von elektronischem Records Management am Beispiel des Personaldossiers
Diplomandin: Nora Baumgartner
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Urs Naegeli
Um korrektes Records Management zu gewährleisten, müssen sowohl internationale Standards wie auch nationale gesetzliche Auflagen eingehalten werden. In dieser Arbeit wird aufgezeigt, welche organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sich daraus für Gemeinden und KMU ergeben. Am Beispiel des Personaldossiers wird dargelegt, welche Mindestanforderungen erfüllt werden sollten, wenn die Schriftgutverwaltung elektronisch geführt wird.
Dazu wird vorerst mittels einer Prozessanalyse der organisatorische Kontext des Personaldossiers untersucht und dargestellt. Anschliessend werden die wichtigsten Rechtsgrundlagen wie unter anderem der Datenschutz auf Anforderungen an die Verwaltung des Personaldossiers analysiert.
Daraus ergeben sich eine Reihe von Empfehlungen zu Themen wie der elektronischen Signatur, der Vertraulichkeit und den Zugriffsrechten, der Aufbewahrungsdauer sowie der Datensicherheit.
Realisierungsmöglichkeiten einer Zertifizierungsstelle für digitale Zertifikate in der Schweiz
Diplomandin: Nina Braschler
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Anerkannte Zertifizierungsstellen generieren und verwalten öffentliche Schlüssel oder Zertifikate, welche zur Überprüfung verbindlicher, elektronischer Signaturen von Dritten benötigt werden.
In dieser Arbeit werden mögliche Umsetzungen einer solchen Zertifizierungsstelle für digitale Zertifikate in der Schweiz dargestellt. Dazu bleibt abzuklären, warum die Schweiz bis zum heutigen Zeitpunkt ohne anerkannte Zertifizierungsstelle dasteht und wo für den digitalen Signatureinsatz potentielle Bereiche gesehen werden. Aus strategischer Sicht steht die Frage im Vordergrund, wie eine anerkannte Zertifizierungsstelle konkret realisiert werden kann. Bevor auf die Beantwortung der Fragen eingegangen wird, führt der erste Teil der Arbeit in die Thematik der digitalen Signatur und der Zertifizierungsstelle ein. Anschliessend werden diverse Einsatzmöglichkeiten der digitalen Signatur dargestellt und der Zertifikatmarkt wird einer Analyse unterzogen.
Das Fotoarchiv der Kunsthalle Basel Ein Konzept zur Bewertung, Erschliessung und Archivierung
Diplomand: Hanspi Brodbeck-Althaus
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Dr. Wolfgang Wahl
Partner: Kunsthalle Basel
Den Hauptteil der Arbeit bildet die Analysierung des jetzigen Zustands des Fotoarchivs der Kunsthalle Basel mit praktischen Vorschlägen zum weiteren Vorgehen, ergänzt durch Empfehlungen zur Verbesserung von Handhabung und Sicherheit.
Zur Beantwortung dieser Fragen wird im ersten Teil der Arbeit der aktuelle Stand der Veröffentlichungen aus dem Archivbereich im Hinblick auf den kulturellen Wert von Fotografien, ihre Bewertung und verwendete Systematiken zusammengefasst. Als neuere Technik der Erschliessung spielt die Digitalisierung eine zunehmend grössere Rolle. Ihre enormen Möglichkeiten werden aufgezeigt, aber durch die Gegenüberstellung des noch nicht gelösten Problem der Langzeitarchivierung digitaler Daten etwas relativiert. Als Lösung für die Erfassung des Fotoarchivs bietet sich eine Bilddatenbank an. Beispiele diverser Preiskategorien werden mit ihren Möglichkeiten und Folgen vorgestellt.
Leitmedium der Informationsgesellschaft: Zeitung oder World Wide Web? Analyse, Diskussion und Ausblick.
Diplomandin: Barbara Bürki
Referent: Prof. Dr. Norbert Lang
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Nach der Einleitung werden im zweiten Kapitel die Begriffe Leitmedium und Informationsgesellschaft definiert. Dazu wird auf allgemeine Medienfunktionen, auf Merkmale von Leitmedien, auf den Aspekt des Intermedia-Agenda-Settings und auf die Bedeutung der Medien in der Informationsgesellschaft eingegangen. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung der modernen Zeitung nachvollzogen und die spezifischen Leitmediumfunktionen dieses Mediums definiert. Im vierten Kapitel sind die medialen Merkmale des Web herausgearbeitet. Im fünften Kapitel wird darauf eingegangen, wie das Web die Zeitungsbranche beeinflusst, wobei insbesondere die wirtschaftlichen und publizistischen Aspekte und der Online-Journalismus beleuchtet werden. Im sechsten Kapitel wird untersucht, durch welche Merkmale sich Online- Zeitungen auszeichnen, wie sie finanziert werden, wie es um ihre Rentabilität steht und welche Mehrwerte ihnen zugewiesen werden können. Im siebten Kapitel wird das Verhältnis zwischen Print- und Online-Zeitung hinsichtlich Koexistenz bzw. substituierenden Kräften untersucht. Durch die Herausarbeitung der Funktionsausdifferenzierungen der beiden Zeitungsformen wird eine (zurzeit aktuelle) Komplementärbeziehung mit der einhergehenden Abdeckung verschiedener Informationsbedürfnisse aufgezeigt. Im letzten Kapitel wird einerseits eine Einschätzung abgegeben, inwiefern Zeitungen im Web bereits Leitmediumfunktionen übernehmen und andererseits wird das Leitmedium-Potential des World Wide Web als Ganzes diskutiert.
Überprüfung und Anpassung der Richtlinien für Gemeindebibliotheken – Kapitel Öffentlichkeitsarbeit
Diplomandin: Lea Fritschi
Referent: Denise Vosseler
Korreferent: Dr. Wolfgang Wahl
Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Kapitel Öffentlichkeitsarbeit der zweiten Auflage der Richtlinien für Gemeindebibliotheken, herausgegeben von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB). Es gilt, die Aktualität und Ausführbarkeit der vor neun Jahren erschienenen Richtlinien im Hinblick auf die Ist-Situation in den Allgemein Öffentlichen Bibliotheken zu prüfen und Vorschläge für deren Anpassung zu machen.
Der erste Teil der Arbeit dient der Begriffsklärung, gefolgt von der Theorie der bibliothekarischen Öffentlichkeitsarbeit. Im zweiten Teil wird eine Analyse der Richtlinien durchgeführt. Diese stützt sich einerseits auf die Ergebnisse aus acht, mit Bibliotheksleitern von Allgemein Öffentlichen Bibliotheken der Deutschschweiz, durchgeführten Experteninterviews, andererseits auf den Vergleich der Richtlinien mit entsprechenden Empfehlungen von Bibliotheksverbänden aus Deutschland und Österreich. Schliesslich wird aus den Resultaten der Untersuchung, ergänzt mit Hinweisen aus der Fachliteratur, eine neue Version des Kapitels Öffentlichkeitsarbeit der Richtlinien vorgeschlagen.
Wissensmanagement für die schweizerische Tabakprävention – Entwicklung eines Konzeptes zur Wissensidentifikation und zum Wissenserwerb
Diplomand: Thomas Graf
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Partner: Progress Management AG, Zug
Diese Diplomarbeit, welche Teil eines grösseren Gesamtprojektes zum Thema Wissensmanagement für die schweizerische Tabakprävention ist, entwickelt ein Konzept des Wissensmanagements für die Bausteine der Wissensidentifikation und des Wissenserwerbs gemäss dem Referenzmodell nach PROBST/RAUB/ROMHARDT. Im theoretischen Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen bezüglich Wissensmanagement, Non-Profit- Organisationen, Netzwerken und Evidence-Based Medicine erarbeitet. Im praktischen Teil der Arbeit werden aufgrund der bei namhaften Exponenten der schweizerischen Tabakprävention durchgeführten Primärerhebung konkrete Instrumente der Wissensorganisation (Knowledge Domain Map, Knowledge Asset Map, Informationsbedarfsplan, Informationsbeschaffungsplan) auf die Tabakpräventionslandschaft angewandt. Eine Diskussion über die Unterstützung des Wissensmanagements durch geeignete Softwarelösungen sowie ein Ausblick auf Themen möglicher Forschung in der Zukunft runden die Arbeit ab.
Die Eignung des Einsatzes von Topic Maps im e-Learning – Vorgehensmodell und Konzeption einer e-Learningeinheit unter Verwendung von Topic Maps
Diplomandin: Sonja Hierl
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Konventionelle e-Learning-Applikationen weisen derzeit häufig lerndidaktische Mängel auf und machen zudem nicht von allen Möglichkeiten Gebrauch, aufgrund derer ursprünglich dem Ansatz des e-Learning gute Chancen vorhergesagt wurden. Mit dem Konzept der Topic Maps wurde 2001 ein Standard zur Modellierung semantischer Netze verabschiedet, der unter anderem zur Strukturierung von Informationsressourcen verwendet werden kann. Dieser Standard weist ein grosses Potential auf für einen Einsatz in e-Learning-Applikationen zur Behebung der vorhandenen Mängel.
In der Diplomarbeit wird untersucht, ob sich das Einsatzpotential eines topic-map-basierten e-Learning-Ansatzes wissenschaftlich begründen lässt und zeigt auf, welche Möglichkeiten sich durch eine Verwendung des Konzepts im Bereich e-Learning ergeben könnten. Ein Vorgehensmodell zur Umsetzung topic-map-basierter e-Learning-Applikationen, gefolgt von der Realisierung einer Beispielapplikation auf deren Grundlage, bilden den Abschluss.
Konzept zur Schaffung einer Integrationsbibliothek in der Pestalozzi-Bibliothek Zürich
Diplomandin: Franziska Höfliger
Referent: Denise Vosseler
Korreferent: Dr. Wolfgang Wahl
Partner: Pestalozzi-Bibliothek Zürich
Integrationsbibliotheken sind Bibliotheken mit Dienstleistungen für ethnische, linguistische und kulturelle Minderheiten. Sie bieten Medien in den häufigsten Migrantensprachen an, aber auch deutschsprachige Medien wie Sprachlehrmittel, Ratgeber zur Alltagsbewältigung oder Medien zu den Themen Migration, Interkulturalität, Integration etc. Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die theoretischen und praktischen Grundlagen für die Erstellung einer solchen Integrationsbibliothek in der Pestalozzi-Bibliothek Zürich (PBZ) zu erarbeiten. Die Arbeit soll aber auch eine Hilfestellung sein für Allgemeine Öffentliche Bibliotheken, welche eine Integrationsbibliothek aufbauen möchten. Im theoretischen Teil werden die Geschichte, die Entwicklung und der heutige Stand dieser in den 70er Jahren entstandenen Bibliotheksform beschrieben. Des Weiteren werden einzelne Aspekte des Bibliotheksmanagements einer Integrationsbibliothek betrachtet. Im praktischen Teil wird mittels einer Kurzerhebung bei den bestehenden Bibliotheken mit fremdsprachigen Medien in der Stadt Zürich ermittelt, in welchen Sprachen die geplante Integrationsbibliothek Medien anbieten soll. Zudem werden einzelne Aspekte des Bibliotheksmanagements einer Integrationsbibliothek in Bezug auf die Umsetzung durch die PBZ erläutert.
Konzept einer Albanischen Bibliothek
Diplomandin: Suela Jorgaqi
Referent: Dr. Wolfgang Wahl
Korreferent: Denise Vosseler
Im Zentrum dieser Arbeit steht eine private Büchersammlung mit Literatur über Albanien, die sich in der Schweiz befindet. Angestrebt wird ein Konzept, wie diese Sammlung in Zukunft verwendet werden soll, ob eine Angliederung an eine professionelle Bibliothek oder eine andere Institution sinnvoll ist.
Mit der Arbeit wird ebenfalls ein geeignetes Erschliessungssystem diskutiert. Drei Lösungen, bzw. Realisierungsmöglichkeiten werden vorgeschlagen, bzw. analysiert. Einmal eine Angliederung an die Albanische Nationalbibliothek in Tirana, dann die Integration in die Bibliothek des Instituts für Vergleichende und Indogermanische Sprachwissenschaft sowie Albanologie der Universität München. Der dritte Vorschlag wäre ein eigenes Internetportal, das neben dem elektronischen Bibliothekskatalog zusätzlich auch weitere Informationen über Albanien bieten könnte. Am Ende der Arbeit werden dazu Empfehlungen gegeben.
Rekonstruktion von Informationsflüssen an der Universität St. Gallen zur Definition einer Records Management-Stelle
Diplomandin: Barbara Kellenberger und Nicole Rutschmann
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Partner: Universität St. Gallen
Die Arbeiten befassen sich mit Informationsflüssen an der Universität St. Gallen und dienen als Grundlage für ein Projekt zur Einführung von Records Management an der Universität.
In einem ersten Teil der Arbeiten werden theoretische Grundlagen erörtert. Die Themen Records Management, Prozesse und Qualitätsmanagement werden kurz vorgestellt; des weiteren wird ein kurzer Einblick in die Hintergründe der ISO-Norm 15489 zur Schriftgutverwaltung und in die rechtlichen Hintergründe der Schriftgutverwaltung gegeben. Der praktische Teil der Arbeiten beschäftigt sich mit den Informations- und Dokumentenflüssen an der Universität St. Gallen. In der einen Arbeit wird eine Ist-Analyse im Generalsekretariat vorgenommen, während die zweite Arbeit sich mit dem Institut für Technologiemanagement befasst. Abschliessend wird in beiden Arbeiten bezüglich der Einführung einer Records Management-Stelle eine Empfehlung an die Universität St. Gallen abgegeben. Ein Pflichtenheft für eine solche Stelle rundet die Arbeiten ab.
Ablieferungsverfahren von elektronisch verwalteten Unterlagen vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt an das Staatsarchiv Basel-Stadt
Diplomandin: Katrin Klostermann
Referentin: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Partner: Erziehungsdepartement Basel-Stadt, Staatsarchiv Basel-Stadt
Das Erziehungsdepartement Basel-Stadt steht vor einer Ablieferung seiner elektronisch verwalteten Unterlagen an das Staatsarchiv Basel-Stadt. Für diese Ablieferung wird in dieser Diplomarbeit ein mögliches Verfahren erstellt.
Das Erziehungsdepartement und das Staatsarchiv haben unterschiedliche Anforderungen und Wünsche an diese Ablieferung. Das Staatsarchiv möchte die gesetzlichen Vorgaben einhalten, das Erziehungsdepartement möchte ein kostengünstiges und zeitsparendes Verfahren. Es wurden die Anforderungen beider Parteien aufgenommen und einander gegenübergestellt. Das erstellte Verfahren geht auf die Wünsche beider Partner ein und probiert, den goldenen Mittelweg zu finden. Ferner wird das erstellte Verfahren mit dem Ablieferungsvorgang der Geschäftsverwaltung (GEVER) des Bundes verglichen.
Information Audit FDP Graubünden
Diplomandin: Josy Marie Künzler
Referentin: Prof. Dr. Urs Naegeli
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Partner: Freisinnig-Demokratische Partei Graubünden
Mit der Methode "Information Audit" werden die Informationssituation und die Informations-bedürfnisse der Orts-, Kreis- und Bezirksparteipräsidenten der FDP Graubünden ermittelt sowie die für sie relevanten Informationsflüsse und -ressourcen innerhalb der Partei erhoben. Aufgrund der gesammelten Daten und gewonnenen Erkenntnisse werden daraufhin Empfehlungen für die Umsetzung einer neuen, auf die Parteipräsidenten zugeschnittenen Informationsressource sowie für Verbesserungen im Informationsmanagement der Partei formuliert.
Die Diplomarbeit gibt einen kurzen Überblick über die FDP Graubünden, beschreibt die Definitionen und Ausprägungen der Methode Information Audit in der Literatur und wendet schliesslich ein fünfstufiges Modell davon auf die Bündner FDP an. Das Modell, dessen Anpassung und Umsetzung sowie die dafür verwendeten Instrumente – Fokusgruppe, Fragebogen und Interviews – werden ebenso wie die Ergebnisse und Empfehlungen ausführlich dokumentiert.
Aufstellungssystematik Bibliothek Werner Oechslin Einsiedeln
Diplomandin: Christine Lercher
Referentin: Denise Vosseler
Korreferent: Dr. Wolfgang Wahl
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Arten von Aufstellungen. Anhand einzelner Beispiele werden Systematiken als Abbild einer bestimmten Weltanschauung betrachtet. Es werden Kriterien und Entwicklungen von Systematiken beschrieben.
Im praktischen Teil der Arbeit werden auf der Basis einer IST-Analyse Vorschläge für eine Aufstellungssystematik gemacht. Der Kernbestand der Oechslin-Bibliothek umfasst Bücher zur Architekturtheorie, Architekturgeschichte, Kultur- und Geisteswissenschaften. In der Aufstellung sollen die Visionen des Sammlers Werner Oechslin umgesetzt werden. Zentral ist das Vernetzen des Wissens, das systematische Ordnen. Die Bücher sollen so eingeordnet sein, dass sie sich nicht nur selbst, sondern auch mit ihrer "guten Nachbarschaft" dem Benutzer erschliessen. Der Begriff der "guten Nachbarschaft" ist von Aby Warburg geprägt. Deshalb wird diese Bibliothek in der Arbeit berücksichtigt.
Konzept zur Analyse der Dienstleistungen in Bibliotheken – durchgeführt am Beispiel der Liechtensteinischen Landesbibliothek
Diplomandin: Doris Nigg
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Dr. Wolfgang Wahl
Die Arbeit befasst sich mit den Dienstleistungen der fünf Schweizer Bibliothekstypen (Allgemein wissenschaftliche Bibliothek, Studien- und Bildungsbibliothek, Allgemein-öffentliche Bibliothek, wissenschaftliche Spezialbibliothek und Nationalbibliothek). Sie besteht aus einem Konzept, mit dem Bibliotheken ihr Angebot an Dienstleistungen analysieren können.
Im theoretischen Teil werden das Life-Cycle-Management und die Portfolio-Analyse erläutert. Dann werden die bibliothekarischen Dienstleistungen in Bezug zur Portfolio-Analyse gebracht.
Es werden verschiedenste Dienstleistungen einer Bibliothek in eine klassifizierte Auflistung eingeteilt, erklärt und mit Beispielen aus der Praxis versehen. Zudem wird der Aufwand beschrieben, der nötig ist, um eine Dienstleistung einzuführen bzw. anzubieten. Mit Hilfe eines „Bedürfniskatalogs“ wurde das Konzept in der Liechtensteinischen Landesbibliothek getestet. Die Resultate zeigen der Bibliothek, welche neuen Dienstleistungen sie anbieten sollte, bzw. welche Dienste sie noch verbessern kann.
Deutsche Bibliothek und Deutsche Bücherei zwischen 1949 und 1990
Diplomand: Ralph Pringsheim
Referentin: Denise Vosseler
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Die Arbeit befasst sich mit der aussergewöhnlichen Situation innerhalb der deutschsprachigen Gesamtbibliographie während der gut vierzig Jahre andauernden deutschen Teilung. Während dieser Zeit unterhielten sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die Deutsche Demokratische Republik jeweils eine Bibliothek mit der Funktion eines deutschsprachigen Gesamtarchivs bzw. eines bibliographischen Zentrums für den deutschsprachigen Raum.
Neben einem geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung beider Häuser befasst sich die Arbeit vor allem mit der Frage, welchen Einfluss die Politik auf beide Institutionen ausübte und ob trotz der spannungsgeladenen Beziehung der beiden Staaten Formen der Zusammenarbeit zwischen beiden „National“-Bibliotheken möglich waren. Ferner wird die Frage der Zensur beleuchtet und deren Auswirkungen auf die bibliographische Arbeit werden untersucht.
Die Fraktale Bibliothek: Diskussion und Umsetzung in der deutschsprachigen Schweiz
Diplomandin: Caroline Ruosch
Referentin: Denise Vosseler
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Im Zentrum der Arbeit steht die Art und Weise, wie das Konzept der Fraktalen Bibliothek in der deutschsprachigen Schweiz diskutiert und umgesetzt wurde. Neben dieser Übersicht gilt es insbesondere zu klären, wieso die anfänglich intensive Diskussion plötzlich abbrach und warum scheinbar nur Teilbereiche des Konzepts umgesetzt wurden.
Dazu wird in einem ersten Teil das Konzept der Fraktalen Bibliothek theoretisch erläutert und mit einem Idealtypus charakterisiert. Ausgewählte Beispiele von Umsetzungen werden als Realtypen einem Profilvergleich unterzogen. Die Erkenntnisse daraus lassen Rückschlüsse zu, wie das Modell der Fraktalen Bibliothek die Entwicklung der Allgemeinen Öffentlichen Bibliotheken in der Schweiz bis heute beeinflusst hat. Schliesslich werden mögliche zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.
Ermittlung des Informationsbedarfs in der Arbeitserziehungsanstalt Arxhof.
Diplomand: Michael Stümpfig
Referentin: Prof. Dr. Norbert Lang
Korreferent: Prof. Dr. Urs Naegeli
Informationen sind von zentraler Bedeutung in unserem Leben. Dies gilt für alle Menschen, auch für Jugendliche, die straffällig geworden sind. Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Ermittlung des Informationsbedarfs der Jugendlichen, die in der Arbeitserziehungsanstalt Arxhof leben.
In den theoretischen Grundlagen der Arbeit werden die Begriffe Information und Informationsbedarf ausführlich erläutert. Demzufolge ergibt sich der Informationsbedarf als Schnittpunkt zwischen dem Informationsangebot und der Informationsnachfrage. Der Informationsbedarf wurde mit fünf verschiedenen Erhebungsmethoden eruiert. Dabei wurde eine Methoden-Triangulation angewendet. Durch Anwendung dieser Methode konnten Fragen aus verschiedenen Perspektiven gestellt werden. Den Fragen wurden Hypothesen zugeordnet, die einem Angebot oder einer Nachfrage entsprachen. Mit der Verschmelzung der Hypothesen konnte der Informationsbedarf ermittelt werden. Dank der Erhebungen und den daraus gewonnenen Erkenntnissen konnte der Bedarf an Informationen konkret formuliert werden.
