Diplomarbeiten 2006
Im Abschlussjahrgang 2006 des Voll- und Teilzeitstudiums Information und Dokumentation wurden insgesamt 33 Diplomarbeiten geschrieben. Das Themenspektrum ist entsprechend breit.
Einige der besten Diplomarbeiten wurden im Laufe des Jahres 2007 in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft publiziert und stehen online im Volltext zur Verfügung.
Bei Interesse an einer der anderen Arbeiten wenden Sie sich bitte an Iris Capatt.
Übersicht der Arbeiten
Abstracts
Ansatzpunkte zur Überwindung von Widerständen bei der Einführung von Records Management - Fallstudie ED Basel-Stadt
Diplomandin: Alena Andres
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Records Management ist kein Modebegriff, sondern eine wichtige Voraussetzung, damit ein Unternehmen kunden- und marktorientiert funktioniert und im Bereich Aktenverwaltung alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Mit Records Management können die Geschäftsunterlagen während ihres ganzen Lebenszyklus abgelegt, verwaltet, genutzt und archiviert werden. Trotz dieser Vorteile tun sich immer noch viele Unternehmen schwer mit der Einführung von Records Management. Die Widerstände können sowohl auf der Führungs- als auch auf der Mitarbeiterebene liegen. Dabei sind die Widerstände öfters im öffentlichen Sektor als im privaten zu beobachten. Diese Diplomarbeit erklärt sich zum Ziel, den Widerständen bei der Einführung von Records Management in der öffentlichen Verwaltung auf den Grund zu gehen. Im Zentrum steht das Erziehungsdepartement Basel-Stadt, in dem seit ein paar Jahren versucht wird, das Records Management System Konsul einzuführen. Bis jetzt ist diese Einführung jedoch nicht erfolgreich. Im Rahmen der Diplomarbeit werden mit Hilfe der empirischen Sozialforschung die Gründe für diese Widerstände untersucht. Dafür wurden Interviews mit 20 Mitarbeitern des EDs Basel-Stadt durchgeführt. Die Interviews sollen zeigen, wo die Probleme liegen bzw. wo die Mitarbeiter Probleme sehen. Das Sicherheitsdepartement Basel-Stadt dient als Vergleichsdepartement, weil dort Konsul praktisch problemlos eingeführt wurde und benutzt wird. Dort wurden zwei Interviews durchgeführt: dasselbe Interview wie im ED mit einem Mitarbeiter und ein zusätzliches Experteninterview. Auf Grund der Befragungen und mit Hilfe der Fachliteratur werden die verschiedenen Kategorien der Widerstände herausgearbeitet. Anschliessend werden Vorschläge präsentiert, wie man unter Berücksichtigung der möglichen Widerstände bei der Einführung von Records Management vorgehen kann.
Unternehmensbibliotheken im Umgang mit neuen Herausforderungen Anwendung der End-Game-Methode auf die Unternehmensbibliothek Roche
Diplomandin: Sabine Bachofner
Referentin: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Die End-Game-Methode sieht für Branchen, die über längere Zeit hinweg eine sinkende Produktnachfrage aufweisen, fünf generische Strategien vor. Die Wahl einer passenden Strategie hängt zum einen von den Branchencharakteristika und zum anderen von den internen Stärken der jeweiligen Unternehmen ab. Unternehmensbibliotheken sind stark auf Profit und Profitabilität ausgerichtet und waren gezwungen auf die neuen Möglichkeiten, die die Informations- und Kommunikationstechnologien mit sich brachten, zu reagieren. In einem ersten Teil der Diplomarbeit wird die End-Game-Theorie sowie die Besonderheiten der Unternehmensbibliotheken vorgestellt. Der zweite Teil der Diplomarbeit geht auf die Bedrohung der klassischen Produkte der Unternehmensbibliothek durch die neuen elektronischen Produkte ein. Am Beispiel der Unternehmensbibliothek Roche werden Faktoren, die das End-Game bestimmen, auf eine Unternehmensbibliothek angewandt. Die Generalisierung zeigt auf, welche End-Game-Strategien am ehesten von Unternehmensbibliotheken angewandt werden, um der Einflussnahme des elektronischen Ersatzproduktes zu begegnen.
Digitalisierung von Kulturgütern: Motive, Herausforderungen, Techniken, Stakeholder und der Stand der Erhebungen in der Schweiz
Diplomandin: Barbara Berthoud
Referent: Prof. Dr. Ruediger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Die Digitalisierung von Kulturgütern ist eine sehr komplexe Sache. Dies beginnt schon bei der Begriffsbestimmung von Kultur und Kulturgut. Aber auch die Digitalisierung lässt sich in diesem Zusammenhang nicht einfach als die Umwandlung von analog zu digital sehen. Vielmehr sind Digitalisierungen von Kulturgütern komplexe Prozesse, bei denen es politische, wirtschaftliche, rechtliche, psychologische, technische, administrative und konservatorische Aspekte zu beachten gilt. Aufgrund der Komplexität gibt es auch kein Schema X, das sich auf alle Digitalisierungsvorhaben anwenden liesse. Mit der vorliegenden Diplomarbeit soll eine Übersicht geschaffen werden, über den Kulturbegriff, die Motive für die Digitalisierung und vor allem über die vielen Aspekte, die es bei solchen Vorhaben zu beachten gilt, damit sie nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Anhand einer Analyse einiger in der Schweiz mit Kulturgütern beschäftigter Einrichtungen soll zudem untersucht werden, wie weit die Koordination und Kooperation in diesen Bereichen fortgeschritten ist.
Competitive Intelligence: Ein State of the Art der Verfahren zur Automatisierung der Wettbewerbsbeobachtung
Diplomandin: Gloria Betschart
Referent: Prof. Dr. Josef Hergetc
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Competitive Intelligence (CI) hat in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen. Dies liegt zum einen daran, dass der Wettbewerbsdruck zunimmt und es unerlässlich wird, seine Konkurrenten zu kennen und sie zu Beobachten. Zum anderen muss die immer grösser werdende Datenmenge intelligent bearbeiten werden, um relevante Informationen zu extrahieren und Entscheidungsträger damit zu unterstützen. In dieser Arbeit wird der Ablauf von Competitive Intelligence in die einzelnen Prozesse unterteilt und erläutert. Dies umfasst im Groben die Analyse des Unternehmensumfeldes, die Informationsbeschaffung, deren Auswertung sowie Darstellung. Es existieren viele Verfahren, um einzelne Teile von CI zu Automatisieren, in dieser Arbeit werden dazu einige Tools vorgestellt. Zudem gibt es eine Produkt-Übersicht, in welcher CI-Programme aufgezeigt werden, die CI-Prozesse übergreifend durchführen. Anhand dieser Ausführungen ist ein State of the Art ersichtlich, inwiefern CI bisher automatisiert ist.
Wissensmanagement in der schweizerischen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung. Konzept für eine gesamtschweizerische elektronische Stammdokumentation
Diplomandin: Nadja Böller
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
In der schweizerischen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) gehört das Filtern, Aufbereiten sowie Konsultieren von zahlreichen Informationsquellen zur zentralen Aufgabe der Fachpersonen. Bislang wurden die Fachinformationen für die Mitarbeitenden der BSLB in physisch vorhandenen Dokumentationsschränken (Stammdokumentationen) abgelegt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der aktiven Entwicklung, Pflege und Nutzung der Ressource Wissen und der Verankerung einer Wissenskultur innerhalb der schweizerischen BSLB. Mit Ansätzen des Wissensmanagements wird hierzu ein Konzept für eine gesamtschweizerische elektronische Stammdokumentation entwickelt. Der erste Teil der Arbeit beschreibt die Organisationsstruktur der BSLB und deren Wissensträger. Anschliessend werden anhand von Expertinnen- und Experteninterviews die Bedürfnisse nach einer gesamtschweizerischen elektronischen Stammdokumentation erfasst, indem die aktuelle Wissenssituation ermittelt wird. Basierend auf diesen Untersuchungen wird im zweiten Teil die elektronische Stammdokumentation konzipiert. Der Wissensmanagement-Ansatz nach Probst et al. (2003) bildet hierfür die Grundlage. Mit Hilfe seines Modells der acht Wissensbausteine wird beschrieben, welche Kriterien eine elektronische Stammdokumentation erfüllen muss und wie sich Wissensmanagement in der BSLB umsetzen lässt.
Change Management in der Berufsberatung Kanton Zürich: Entwicklung und Einführung des Medienangebots der Infotheken
Diplomand: Andreas Bösch
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der Einführung des neuen Medienangebotes in der Berufsberatung Kanton Zürich. Ziel ist eine Erfassung des Change-Prozesses mit Instrumenten aus der Betriebswirtschaft, der Organisationsleher und dem Prozessmanagement. Ausgangspunkt ist die Fachstelle Dokumentation, welche die Aufgabe hat, die Informationsprodukte der Infotheken in der Berufsberatung Kanton Zürich zentral zu bewirtschaften. Im ersten Teil werden die Methdoen und Instumente des Change Management sowie typische Fehler und Erfolgsfaktoren von Veränderungsprozessen in Unternehmungen dargestellt. Der zweite Teil widmet sich der Erfassung des Change-Prozesses. Es werden eine Umwelt- und Unternehmensanalyse vorgenommen, aus welchen eine SWOT-Analyse erstellt wird. Die weiteren Kapitel widmen sich der Strategieentwicklung der Fachstelle Dokumentation, der Bestimmung der Unternehmensziele und der Erstellung eines Informations- und Kommunikationsplans. Die Anwendung dieser Instrumente und Methoden soll die Frage beantworten, inwiefern sich der Change-Prozess wissenschaftlich erfassen und ob sich der Erfolg oder das Scheitern des Veränderungsprojektes abschätzen lässt.
Gesucht – gefunden? Untersuchungen und Vorschläge zur Optimierung der Informationssuche von Studierenden in einer wissenschaftlichen Bibliothek
Diplomandin: Lilian Brändli
Referent: Prof. Dr. Norbert Lang
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Informations-, Medien- und Lesekompetenzen gelten als Schlüsselkompetenzen sowohl für den Ausbildungserfolg in Schule, Berufsbildung oder Hochschule als auch für den längerfristigen Bildungsweg. Recherchekompetenz ist Teil dieser Kompetenzen und kann mit Benutzerschulungen organisiert durch Bibliotheken beeinflusst werden. Die vorliegende Pilotstudie misst die Recherchekompetenz von Studierenden aus ausgewählten Studiengängen in einer wissenschaftlichen Bibliothek (Untersuchung an der Universität Basel) und arbeitet aufgrund der Ergebnisse Vorschläge zur Optimierung von Benutzerschulungen aus. Die Untersuchung erfolgte durch einen Methodenmix aus einer Befragung und einer anschliessenden teilnehmenden Beobachtung. Insgesamt wurden 21 Studierende aus den Studiengängen Geschichte, Medizin und Rechtswissenschaften befragt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Studierenden im Allgemeinen über genügende bis gute Kenntnisse in der Informationssuche verfügen. Die Qualität der Recherchekompetenz der Studierenden unterscheidet sich aufgrund ihrer Teilnahme/Nichtteilnahme an Benutzerschulungen und aufgrund variabler Recherche-Tätigkeit während des Studiums. Neue und wichtige Elemente bei Benutzerschulungen sind die Vermittlung von Internetkompetenzen und der Einfluss von motiviertem und gut ausgebildetem Bibliothekspersonal.
Identifikation von Marktnischen - Die Eignung verschiedener Informationsquellen für die Auffindung von Marktnischen
Diplomand: Jürgen Büchel
Referent: Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Dr. Bernard Bekavac
Das Bearbeiten von Nischenmärkten wird aufgrund des kleinen Marktvolumens hauptsächlich als Strategie für kleine Unternehmen angesehen. Durch die wachsende Heterogenisierung der Kundenbedürfnisse ergeben sich jedoch zunehmend potenzielle Marktnischen, die aber zuerst entdeckt werden müssen. Dabei stellt sich die Frage, wie diese Marktnischen mit möglichst kostengünstigen Mitteln identifiziert werden können. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen von Nischen und den relevanten Punkten der Nischenidentifizierung. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird anhand eines praktischen Beispiels aufgezeigt, wie Marktnischen entdeckt werden können und welches Potenzial die unterschiedlichen Informationsquellen im Hinblick auf die Identifizierung von Marktnischen haben.
Open Access an Schweizer Hochschulen - Ein praxisorientierter Massnahmenkatalog für Hochschulbibliotheken zur Planung und Errichtung von Institutional Repositories
Diplomandin: Beatrice Bürgi
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Die Forderungen nach barrierefreiem Zugang zu wissenschaftlicher Literatur nehmen weltweit zu. Ein Werkzeug, das diesem Wunsch entspricht, ist das Institutional Repository (IR). Durch diesen Dokumentenserver werden wissenschaftliche Dokumente einer Institution bereitgestellt und elektronisch archiviert. Die Inhalte eines IR sind frei über das Internet zugänglich und können gesucht, gelesen, gespeichert und weiterverwendet werden. Daneben generiert ein Dokumentenserver auch Nutzen für die Institution und die Forschenden selbst, denn die wissenschaftlichen Erzeugnisse erlangen dank der freien Verfügbarkeit eine grössere Verbreitung und der gesamte Forschungs-Output der Institution kann gemessen und auch besser vermarktet werden. In der Schweiz existieren bereits verschiedene Dokumentenserver. Diese sind sehr unterschiedlich ausgerichtet und werden zum Teil nicht nach international geltenden Richtlinien geführt. Diese Arbeit soll den Hochschulen, welche die Errichtung eines Institutional Repository bzw. dessen professionellen Betrieb in Erwägung ziehen, eine brauchbare Hilfestellung bieten. In einem praxisorientierten Massnahmenkatalog werden die Überlegungen und Schritte, welche für die Errichtung eines Institutional Repository notwendig sind und die daraus entstehenden Konsequenzen für die Hochschule aufgezeigt.
Die Bedeutung des Sarbanes-Oxley Acts auf die Informations- und Dokumentationsstellen – Auswirkungen untersucht am Beispiel einer Schweizer Bank
Diplomandin: Bettina Burkhard
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Verschiedene Finanzkollapse haben weltweit zu Bestrebungen geführt, die Transparenz von unternehmensinternen Abläufen zu erhöhen. Als Resultat setzte die Regierung der USA den „Sarbanes-Oxley Act of 2002“ (SOX) in Kraft. Durch SOX werden interne Abläufe transparenter gestaltet und korrekte Informationen zeitnah veröffentlicht. Durch die Umsetzung der SOX-Anforderungen ergeben sich für die SOX-pflichtigen Gesellschaften Veränderungen und neue Herausforderungen. Die Befolgung der Regelungen ist mit einem hohen Dokumentationsaufwand verbunden. In der vorliegenden Arbeit werden die Entstehungsgeschichte sowie die wichtigsten Abschnitte des Gesetzes erläutert. Des Weiteren werden die erkennbaren Bestrebungen der Europäischen Union und der Schweiz aufgezeigt und die Vereinbarkeit mit der schweizerischen Rechtslegung betrachtet. Die Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts auf Informations- und Dokumentationsstellen werden am Beispiel des Economic Information Centers der UBS untersucht. In einem weitern Schritt wird anhand der Methodik zur Umsetzung eines SOX-Projektes aufgezeigt, bei welchen Tätigkeiten und Prozessen Informations- und Dokumentationsspezialisten/-innen die Durchführung unterstützen können.
Optimierung der Usability des Webauftritts der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern (StUB)
Diplomandinnen: Darja Dimitrijewitsch und Cécile Schneeberger
Referent: Prof. Dr. Norbert Lang
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Auftraggeber: Stadt- und Universitätsbibliothek Bern
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Optimierung der Usability von Bibliothekswebsites unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte Terminologie und Navigation. Für die Evaluation von Websites können grundsätzlich zwei verschiedene Klassen von Methoden angewandt werden: Die expertenorientierten und die nutzerzentrierten Methoden. Am Fallbeispiel der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern (StUB) wird die Website anhand des kombinierten Verfahrens evaluiert, bei dem sowohl expertenorientierte wie auch nutzerzentrierte Methoden zum Einsatz kommen. Das Verfahren besteht aus einer heuristischen Evaluation der Website und einem Benutzertest mit anschliessender Befragung. Zusätzlich wird aus vier vergleichbaren Bibliotheken eine Best Practice ermittelt und mit der Website der StUB verglichen. Die Evaluation anhand der verschiedenen Methoden ermöglicht es, Usability-Probleme zu erkennen und Lösungen entwickeln. Das Ergebnis der Diplomarbeit sind Vorschläge für die Optimierung der Website, die auch auf die Internetauftritte anderer wissenschaftlicher Bibliotheken anwendbar sein sollen.
Trends im Bereich der Bibliothekssoftware
Diplomand: Andreas Eisenring
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Robert Barth
Die zunehmende Verfügbarkeit von elektronischen Informationsquellen stellt die Bibliotheken bei der Verwaltung dieser Ressourcen vor erhebliche Probleme, die mit den integrierten Bibliothekssystemen nicht gelöst werden können. Die Hersteller von Bibliothekssoftware reagierten auf diese Entwicklung, in dem sie neue Typen von Bibliothekssoftware auf den Markt brachten. Es handelt sich dabei um folgende Programmtypen: Electronic Resource Management Systeme (ERMS), Digital Asset Management Systeme (DAMS), Link Resolver und Metasearch-/Portal-Software. Die vorliegende Arbeit beschreibt neben den Aufgaben und typischen Funktionen der einzelnen Systeme die Entstehungshintergründe der Softwaretypen und zeichnet deren Entwicklung von der Idee bis hin zu den Produkten nach. Erläuterungen zu verwendeten Standards und ein Ausblick bezüglich möglicher Entwicklungen schliessen den ersten Teil der Arbeit ab. Im zweiten Teil werden die Beschaffenheit des Marktes im Bereich Bibliothekssoftware untersucht und die Marktführer identifiziert. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem summarischen Vergleich der Produktportfolios der führenden Hersteller. Daraus werden Trends im Bereich der Bibliothekssoftware abgeleitet.
Der Kurierdienst Deutschschweizer Hochschulbibliotheken: Erste Erfahrungen mit einer neue Dienstleistung.
Diplomandin: Benedicta Erny-Lopez
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Der Informationsverbund Deutschschweiz bietet seit Januar 2005 einen Kurierdienst an, welcher die Universitätsbibliotheken in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich täglich verbindet. Der IDS-Kurier erleichtert den Benutzern den Zugang zu auswärtigen Bibliotheksbeständen, insbesondere Monographien für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Die vorliegende Arbeit beinhaltet quantitative und qualitative Analysen der Medienströme zwischen den Bibliotheken. Die Auswertung der Nutzungsdaten des IDS-Kuriers zeigt den Anteil von Medien pro Fachgebiete und pro IDS Liefer- sowie Abholbibliothek. Die angewandte Methode beruht u.a. auf einer Konkordanz der Fachgebiete aller teilnehmenden Bibliotheken. Diese Pilotstudie kann zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden, um neue Trends in den Medienströmen zu erkennen.
Nutzen- Aufwand-Schätzung für Digitalisierungsprojekte von archivierten Papierunterlagen - ein praxisorientierter Ansatz
Diplomand: Nicolas Escolano
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Neben den elektronischen Dokumenten fallen in den meisten Organisationen weiterhin physische Dokumente an und bleiben in dieser Form bestehen. Die daraus resultierenden physischen Bestände werden aber bezüglich der Nutzung, des Zugriffs und des Platzbedarfes zusehends ein Problem. Vermehrt kommen deshalb elektronische Systeme, wie z.B. Dokumenten-Management-Systeme zum Einsatz, die die digitalisierten Dokumente integrieren. Dies geschieht aber oft ohne Rücksicht auf andere Bestände, womit die Festlegung empfehlenswerter Voraussetzungen für Digitalisierungsprojekte mehr erschwert als vereinfacht wird. Die Diplomarbeit erarbeitet deshalb unabhängig der nicht bestimmbaren Vorbedingungen Faktoren heraus, die sich entweder positiv oder negativ auf die Digitalisierung auswirken. Zudem werden konkrete Kostenfaktoren angegeben.
Mystery Shopping - eine Dienstleistungsbeurteilung auch für Bibliotheken
Diplomandin: Andrea Hofer
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Mystery Shopping ist eine neuere Methode, die Dienstleistungsqualität im Unternehmen aus Sicht des Kunden zu messen. Die Messmethode hat zum Ziel, Schwächen aufzudecken und die Servicequalität zu verbessern. Obwohl Mystery Shopping bereits in ausländischen Bibliotheken zum Einsatz gekommen ist, ist sie in Schweizer Bibliotheken relativ unbekannt. Mit der Verbreitung in anderen Dienstleistungsbereichen, hat der neue Ansatz gute Voraussetzungen, auch in Schweizer Bibliotheken Fuss zu fassen. In der folgenden Arbeit wird ein Leitfaden zur Einführung von Mystery Shopping entwickelt, der den Bibliotheken als Hilfestellung und zur Information dienen soll. Dem Bibliotheksmanagement werden verschiedene Varianten der Durchführung mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen vorgestellt. Das erarbeitete Beispiel eines Beurteilungsbogens soll die Übertragbarkeit der Methode auf Bibliotheken stützen und gleichzeitig als Arbeitsgrundlage für bibliotheksspezifische Beurteilungsbogen dienen.
Enterprise Suchmaschinen als Business Case
Diplomandin: Karin Jakob
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Die entscheidenden Informationen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Verfügung zu haben, wird für Unternehmen zu einem kritischen Erfolgsfakor. Gleichzeitg wächst die Datenmenge rasant und die Datenquellen und -formate nehmen zu. Enterprise Suchmaschinen setzen bei diesem Problem ein und durchsuchen über eine Suchmaske alle Daten in einem Unternehmen. Die Nutzen, die dabei entstehen sind meist qualitativer Natur. Im Business Case werden auf Grund von bereits exisitierenden empririschen Daten diese Nutzen quantifiziert und in Abhängigkeit zu den Rahmenbedingungen eines Unternehmens gesetzt. Risiken und Auswirkungen können benannt und Empfehlungen formuliert werden. Die getroffen Annahmen werden anschliessend mittels einer Befragung in einem Unternehmen überprüft.
Aggregation und visuelle Aufbereitung von Unternehmensstrategien mithilfe von Recherche-Codes
Diplomandin: Nadja Kehl
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Im Rahmen des Strategischen Managements muss jedes Unternehmen seine eigene Unter-nehmensstrategie laufend überprüfen und anpassen. Dazu ist es notwendig, die Verläufe in der eigenen Strategiesetzung zu kennen und im Rahmen von Competitive Intelligence die Strate-gien der Konkurrenten zu beobachten. So können Schlüsse auf zukünftige Trends im Markt gezogen werden. In der Arbeit wird untersucht, ob diese Analysen mithilfe von Recherchen über Recherche-Codes durchführbar sind. Dazu wird in einem ersten Teil eine theoretische Grundlage zu Re-cherche-Codes sowie Unternehmensstrategien geschaffen. Der zweite Teil steht als Case Stu-dy des Unternehmens Mannesmann, welches anfangs der 90er Jahre eine Strategieänderung vorgenommen hatte. Die Erkenntnisse dieser beiden Teile fliessen in die nachfolgende Unter-suchung ein wie Änderungen in Strategien und Entwicklungen von Recherche-Codes zusam-menhängen. Darauf aufbauend werden Konzepte zur Untersuchung und Visualisierung von Unternehmensstrategien mithilfe von Recherche-Codes erstellt. Abschliessend werden die wichtigsten Erkenntnisse aus der Arbeit zusammengefasst und es wird ein Ausblick vorgenommen.
Der Information Commons – ein Weg auch für die Schweiz? Ein Konzept für die Zentralbibliothek Zürich
Diplomandin: Christine Kühne
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Verschiedene nordamerikanische Universitätsbibliotheken organisieren sich seit den frühen 1990er-Jahren nach dem Prinzip des Information Commons. Die Bibliotheken stellen den Benutzenden eine digitale Umgebung mit Computern zur Verfügung, mit denen Katalog-, Datenbank- und E-Journalabfragen möglich sind und die mit Internetzugang und Produktivitätssoftware ausgerüstet sind. Sie erarbeiten Tutorials für die Benutzenden und geben Einführungs- und Recherchekurse und bieten technische Hilfestellungen. In dieser Arbeit werden die Theorie, die Diskussion um den Information Commons und dessen Zukunftsaussichten aufgearbeitet. Aufgrund der theoretischen Grundlagen wird eine Checkliste erstellt, mit der versuchsweise der Stand des Information Commons in der Bibliothek der Universität St. Gallen und der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern erfasst wird. Die Zentralbibliothek Zürich erteilte den Auftrag, ein Konzept für einen Information Commons auszuarbeiten. Der Ist-Zustand der Zentralbibliothek wird mit der oben erwähnten Checkliste erhoben. Dann wird der Soll-Zustand dargestellt. Schliesslich wird erläutert, welche Massnahmen auf dem Weg zu einem Information Commons in der Zentralbibliothek ergriffen werden sollten.
Kataloganreicherung in Hochschulbibliotheken – State of the Art Überblick und Aussichten für die Schweiz
Diplomandin: Sabina Löhrer
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Robert Barth
In der vorliegenden Arbeit soll eine Methode betrachtet werden, mit welcher der Horizont von Bibliothekskatalogen durch hinzugefügte Informationen wie Inhaltsverzeichnisse, Abstracts oder Rezensionen erweitert werden kann. Durch angereicherte Bibliothekskataloge wird einerseits die Anzahl der Zugriffspunkte bei der Recherche erhöht und andererseits die Relevanzbeurteilung der Treffer direkt am OPAC ermöglicht. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf Bibliothekskatalogen von Hochschulbibliotheken. Ein theoretischer Überblick über die Kataloganreicherung definiert den Begriff, legt den Nutzen für Bibliotheken und ihre Benutzenden dar, rollt die Entwicklung der Idee der Kataloganreicherung auf, zeigt die verschiedenen Möglichkeiten zur Anreicherung der Kataloge und handelt die Beschaffung der Zusatzinformationen und deren Integration in den Bibliothekskatalog ab. Schliesslich soll einigen kritischen Stimmen und Gedanken Platz eingeräumt werden. Die Arbeit betrachtet in einem nächsten Teil Referenzprojekte in den USA, in Österreich und in Deutschland, vergleicht und diskutiert sie kurz. Schliesslich werden Kataloganreicherungs-Aktivitäten, -Absichten und -Hindernisse von Deutschschweizer Hochschulbibliotheken beschrieben. Abschliessend wird ein möglicher Lösungsansatz für eine kooperative Kataloganreicherung der Deutschschweizer Hochschulbibliotheken im IDS aufgezeigt.
Konzept eines Internetportals für die Krankenpflege
Diplomandin: Susanne Mayer
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Die Pflegenden sind die grösste Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Im Bereich dieser Berufsgruppe sind momentan Veränderungen im Gang, die zur Folge haben, dass die Bedeutung der Versorgung mit Fachinformation steigt. Neue Ausbildungspläne, das Entstehen von neuen Studiengängen und der zunehmende Ruf nach qualitätsgeprüfter und damit evidenzbasierter Pflege bedingt, dass die Pflegenden einen besseren und einfacheren Zugang zu der für sie relevanten Fachliteratur haben. Diesen Zugang soll das geplante Fachportal für Pflegende auf allen Stufen, von der Studierenden bis zur Pflegewissenschafterin, bieten. In der Diplomarbeit wird einleitend die Situation der Krankenpflege und der Stand der Fachinformation Pflege erläutert. Auf dieser Basis und einer Befragung von Betroffenen wird der aktuelle und zukünftige Bedarf an Fachinformation analysiert um darauf aufbauend darzustellen, welche Kriterien ein Internetportal für die Krankenpflege erfüllen muss und welche Inhalte und Angebote wichtig, beziehungsweise wünschbar wären. Zum Schluss werden Empfehlungen für das Erstellen eines Fachportals Pflege abgegeben.
Information Literacy – Ein Konzept für die Vermittlung von Informations-kompetenz am Beispiel der Bibliothek der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur
Diplomandin: Regula Merz
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Bibliotheken sind zu Lernorten, Informations- und Wissensmanagementzentren geworden, wobei Information Literacy, die Vermittlung von Informationskompetenz, ein aktuelles und viel diskutiertes Thema im Bibliothekswesen, zu den wichtigsten Aufgaben der Bibliothekarinnen und Bibliothekare gehört. Die Umsetzung der Vermittlung von Informationskompetenz an Fachhochschulen ist noch im Gange. Diese Arbeit beschäftigt sich, im theoretischen Teil, mit den Besonderheiten der Information Literacy an Fachhochschulen beziehungsweise mit dem Stand der Vermittlung von Informationskompetenz. Dazu werden auch einige schweizerische Fachhochochschulbibliotheken untersucht. Im praktischen Teil dieser Arbeit geht es um ein Konzept für die Vermittlung von Informationskompetenz am Beispiel der Bibliothek der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur. Die Bibliothek der HTW Chur ist eine neuere, wissenschaftliche Spezialbibliothek. Ihr Angebot ist auf den Informations- und Literaturbedarf ihrer Hochschule ausgerichtet. Sie hat keine Archivfunktion. Ein zentrales Anliegen ist, wie auch das anderer Hochschulbibliotheken, die Vermittlung von Informationskompetenz zu optimieren.
Kosten der Informationsarbeit. Organisieren, archivieren, suchen und nutzen von Informationen – ein methodischer Ansatz zur Quantifizierung.
Diplomand: Manuel Minder
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Informationsarbeit durchdringt alle Arbeitsbereiche der heutigen Gesellschaft und wird immer Wettbewerb entscheidender. Der Arbeitsgegenstand Information unterscheidet sich aber deutlich von anderen Wirtschaftsgütern. Deswegen ist das Phänomen der Informationsarbeit schwer fassbar und wird begrifflich unterschiedlich abgegrenzt. Geeignete Modelle zur Berechnung der Kosten von Informationsarbeit fehlen weitgehend. In dieser Diplomarbeit wird die Thematik umfassend aufgearbeitet. Zentral sind dabei existierende Studien und deren Erhebungsmethoden, die miteinander verglichen werden. Sie liefern die Grundlage für eine methodische Quantifizierung von Informationsarbeit. Für den Kontext der Organisation, Archivierung, Suche und Nutzung von Informationen, werden die Ergebnisse aus dem Studienvergleich auf ein eigenes Erhebungskonzept übertragen. So entsteht abschliessend ein Kalkulationsschema, mit dessen Hilfe kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) relativ einfach die Kosten der Informationsarbeit errechnen können.
Hat die Bezeichnung ‚Studien- und Bildungsbibliothek’ noch eine Daseinsberechtigung?
Diplomandin: Seraina Nachbur-Scherer
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Dass die Schweiz mit ihrem föderalistischen Prinzip in vielen Bereichen einen Sonderfall darstellt, ist allgemein bekannt. Auch im Bibliothekswesen hebt sich die Schweiz von anderen Ländern ab: Gibt es in den meisten Nachbarsländern, in Skandinavien und im angelsächsischen Raum nur zwei grosse Bibliothekstypen – Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken – so kennt die Schweiz eine Dreistufigkeit im Bibliothekswesen: Wissenschaftliche Bibliotheken, Studien- und Bildungsbibliotheken und Allgemeine Öffentliche Bibliotheken. Die Arbeit untersucht die Frage, ob die momentane Typologie der schweizerischen Bibliothekslandschaft noch angebracht ist oder nicht. Dazu wird in einem ersten Teil eine Literaturrecherche über ausländische Bibliotheks-Typologien durchgeführt. In einem zweiten Teil werden Gespräche mit einigen ausgewählten Direktorinnen und Direktoren von Studien- und Bildungsbibliotheken geführt und ausgewertet. Als Abschluss der Arbeit soll versucht werden, eine Alternative zur gegenwärtigen Typologie zu erarbeiten.
Annäherung an die Bildsprache – Ontologien als Hilfsmittel für Bilderschliessung und Bildrecherche in Kunstbilddatenbanken
Diplomandin: Rafaela Pichler
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Der grundsätzliche Unterschied zwischen der verbalen Sprache und der so genannten Bildsprache führt zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Bilderschliessung und der Bildrecherche. Die heute übliche inhaltliche Bilderschliessung mit einzelnen Schlagwörtern ist häufig unbefriedigend, insbesondere was die Erschliessung der verschiedenen Bildbedeutungen und -wirkungen betriff. Um eine Annäherung an die Bildsprache erreichen zu können, wird in der vorliegenden Arbeit vorgeschlagen, Bilder als komplexe Zeichensysteme aus Motiv- und Bildelementen, Bedeutungen und Wirkungen zu verstehen. Diese Zeichensysteme werden in Ontologien festgehalten, womit die Beziehungen der verschiedenen Bildelemente aufgezeigt werden. Dabei wird untersucht, inwiefern mit solchen Ontologien Bildbedeutungen und -wirkungen erschlossen werden können und ob die Ontologien Hilfsmittel für eine umfassende Bilderschliessung und Bildrecherche sein können.
Überführung der elektronischen Archivalien aus Konsul in STAR: Ein Konzept zur Überführung und Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen und Archiven
Diplomand: Hans Jakob Riedi
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Mit der zunehmenden Digitalisierung von Dokumenten in Verwaltungen und deren Archi-vierung gehen verschiedene Probleme einher. Es fehlen oftmals rechtliche Grundlagen, die sich explizit auf E-Records (elektronische Dokumente) beziehen und klar ihre Rolle in Bezug auf die Archivierung definieren. Immer wieder wird die Bewertung und Selektion von archivwürdigem Material diskutiert, wobei sich zwei verschiedene Positionen etabliert haben. Dass eine solche Bewertung und Zusammenarbeit zwischen Archiven und Verwaltungen in den letzten Jahren versäumt wurde, zeigen die Aktenberge in den verschiedenen Verwaltungen. Viele Archive legen nach dem Pertinenzprinzip (nach Sachgebieten) ab, Verwaltungen jedoch nach dem Provenienzprinzip (Herkunft), weshalb sich bei einer Übernahme Probleme bei der Zusammenfügung der Akten ergeben. In einem ersten Teil wird am Beispiel der Gesetze in Graubünden auf die Mangelhaftigkeit solcher Gesetze hingewiesen. Der zweite Teil nimmt sich der Bewertungstheorie an. Ergebnis ist ein Bewertungskatalog mit den gewonnenen Bewertungskriterien. Mit den Dokumenten- respektive Archivierungsprogrammen Konsul und STAR wird eine Übergabe von E-Records exemplarisch dargestellt. Abgerundet wird die Arbeit mit einer Auseinander-setzung mit dem Problem der Ordnungssysteme und einer Synthese der gewonnenen Erkenntnisse in einem abschliessenden Fazit.
Kooperative Digitalisierung von Altbeständen – ein Modell für die Schweizer Kantonsbibliotheken
Diplomandin: Stephanie Schaller
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Die Digitalisierung von Altbeständen ist auch in den Schweizer Kantonsbibliotheken ein Thema. Viele Bibliotheken digitalisieren wertvolle und einzigartige Sammlungen. Doch die Digitalisierung wird in der Schweiz kaum koordiniert und so besteht die Gefahr eines lückenhaften und willkürlichen Angebotes. Die Diplomarbeit beschreibt nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der Digitalisierung die Digitalisierungspraxis in Deutschland, Frankreich, Österreich und auf gesamteuropäischer Ebene. Mit einer von der Landesbibliothek durchgeführten Befragung wird ein Überblick über die Digitalisierungsaktivitäten der Schweizer Kantonsbibliotheken gegeben. Aufbauend auf den Ergebnissen der vorangegangenen Kapitel wird versucht in drei Stufen ein Modell für die kooperative Digitalisierung in den Kantonsbibliotheken aufzustellen. Die Vorschläge sollen die Diskussion über eine Zusammenarbeit in der Digitalisierung anregen.
Strategien zur Erhaltung von audiovisuellen Kulturgütern Eine international vergleichende Analyse zwischen Australien, Frankreich, Grossbritannien und der Schweiz
Diplomand: August Scherer-Hug
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Seit den 1980er Jahren hat sich weltweit ein Verständnis von Kulturgütern entwickelt, das Medien wie Photographie, Film, Video, Tonaufnahmen oder Radio- und Fernsehsendungen einschliesst. Diese so genannten audiovisuellen Kulturgüter fanden in der Folge besondere Beachtung, da ihre Informationsträger ungleich schnelleren Alterungsprozessen unterliegen, als dies beispielsweise bei Kulturgütern aus Papier (Bücher, Drucke) der Fall ist. In einer ersten Phase stand deshalb die Entwicklung konservatorischer Massnahmen im Vordergrund, um vom Zerfall bedrohte Bestände zu retten. Mittlerweile stellt aber auch die massiv ansteigende Neuproduktion von audiovisuellen Inhalten besondere Anforderungen an den Umgang mit diesen Medien. Staaten, die sich dem Erhalt audiovisueller Kulturgüter verpflichtet haben, entwickelten in den letzten Jahren deshalb Strategien, die einen umfassenden Schutz ermöglichen sollen. Im Rahmen dieser Arbeit werden die Strategien Australiens, Frankreichs, Grossbritanniens und der Schweiz analysiert und miteinander verglichen, um den Stand des audiovisuellen Kulturgüterschutzes in der Schweiz zu ermitteln und um Handlungsempfehlungen bezüglich der identifizierten Defizite abzugeben.
Schliessung von Quartierbibliotheken: Erarbeitung eines Kriterienkataloges als Entscheidungsgrundlage
Diplomandin: Rita Schlatter-Wüest
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Bibliotheksschliessungen, im Besonderen die Schliessung von Quartierbibliotheken städtischer Öffentlicher Bibliotheken, sind Untersuchungsgegenstand der Diplomarbeit. Faktoren wie die Stadtstruktur oder finanzielle Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Entwicklung eines städtischen Bibliotheksnetzes. Es werden Gründe dargelegt, die zu einer Bibliotheksschliessung führen können. Sie werden in einem Kriterienkatalog mit messbaren Kennzahlen dargestellt. Der Kriterienkatalog kann als Entscheidungsgrundlage bei der Schliessung einer Quartierbibliothek dienen. In der Arbeit wird auf die wichtige Rolle der Öffentlichen Bibliotheken eingegangen und die Situation der Bibliotheken und Bibliotheksschliessungen in verschiedenen europäischen Ländern werden mit Zahlen dokumentiert. Die Ausarbeitung des Kriterienkataloges, sowie Ersatzlösungen, die gesucht werden, um Schliessungen zu umgehen, bilden den Hauptteil der Arbeit. Zum Abschluss wird die Schliessung einer Quartierbibliothek anhand eines konkreten Falles dargestellt.
Elektronische Records Management Systeme für kleinere Verwaltungseinheiten
Diplomand: Felix Stadler
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Die Auswahl an komplexen und vielfältigen Elektronischen Records Management Systemen ist reichhaltig. Vor allem in den USA müssen diese Systeme von Gesetzes wegen hohe Anforderungen erfüllen. Daher sind sie besonders auf grosse Verwaltungseinheiten ausgerichtet. Kleinere Verwaltungseinheiten brauchen jedoch nicht so komplexe Systeme, weil sie oft nicht so hohe Anforderungen erfüllen müssen. Doch es gibt keine Systeme, welche speziell auf kleinere Verwaltungseinheiten ausgerichtet sind. In der folgenden Diplomarbeit wird ein Pflichtenheft für ein Web-basiertes Elektronisches Records Management System für kleinere Verwaltungseinheiten erarbeitet. Darauf basierend wird das System ansatzweise modelliert. Zuletzt wird überprüft, wie gut das Elektronische Dokumenten Management System Basic Support for Cooperative Work den erarbeiteten Anforderungen genügt.
Fachblogs von und für BibliothekarInnen – Nutzen, Tendenzen Mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum
Diplomandin: Heidi Stieger
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Robert Barth
Die Arbeit setzt sich im Wesentlichen aus drei Teilen zusammen: Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Weblog, um anschliessend zum Fachblog von und für BibliothekarInnen hinüberleiten zu können. In einem Überblick werden momentane bibliothekarische Fachblogs im deutschsprachigen Raum anhand eines Kriterienkataloges kurz vorgestellt. Der zweite Teil der Arbeit beantwortet insbesondere die Fragen, ob Fachblogs neue Zugänge zu Informationen ermöglichen und wie nützlich sie für die berufliche Weiterbildung sind. Hierzu wird das Fachblog mit anderen Informationsdiensten (Kommunikationsforum, Fachzeitschrift) für BibliothekarInnen verglichen. Die Arbeit unterstützt die Theorie einerseits mit einem Fallbeispiel, das illustriert, wie das gleiche Thema in den verschiedenen Informationsdiensten abgehandelt wird, andererseits mit einer Expertenbefragung von bloggenden BibliothekarInnen, die in einem deutschsprachigen Fachblog schreiben. In einem letzen Teil wird wiederum mit Hilfe der Expertenbefragung, sowie mittels Blick auf den angelsächsischen Raum, ein Ausblick auf die Zukunft von Fachblogs von und für BibliothekarInnen gewagt.
Ontologien als Unterstützung zur Einführung von Records Management
Diplomandin: Karin Tonollo
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
In der folgenden Arbeit wird der mögliche Beitrag, den Ontologien als Unterstützung zur Einführung von Records Management leisten können, untersucht. Die Einführung von Records Management stellt für Unternehmen oder Behörden eine grosse Herausforderung dar. Viele Einführungsversuche von Records Management scheitern daran, dass es nicht oder zu wenig gelingt, den betroffenen MitarbeiterInnen aller Hierarchiestufen, den Nutzen und die von Records Management überzeugend zu vermitteln. Um die Einführung von Records Management zu unterstützen, beschäftigt sich die folgende Arbeit mit einem kleinen, aber zentralen Ausschnitt von Records Management, dem Registraturplan. Im traditionellen Registraturplan treffen die beiden Pole Stabilität und Flexibilität, zwischen denen sich jede Organisation bewegt, aufeinander. Für die dauernde Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen (Flexibilität) ist der traditionelle Registraturplan als Arbeitsmittel jedoch oftmals zu starr und hindert damit die Angestellten einer Unternehmung oder einer Behörde an einer effizienten Arbeitsweise. Die Erweiterung des traditionellen Registraturplans um eine Ontologie, bietet - so die These dieser Arbeit - einen Lösungsansatz. Den MitarbeiterInnen wird mit der Ontologie die Möglichkeit einer personalisierten Sicht auf die gesamte Ordnungsstruktur geboten. Mit Hilfe eines experimentellen Prototyps und Experteninterviews soll gezeigt werden, dass eine personalisierte Sicht akzeptanzfördernd wirken kann und somit einen Beitrag zur Einführung von Records Management leistet.
Sicherheitskonzept für eine Bibliothek durchgeführt am Beispiel der Stadt- und Kantonsbibliothek Zug
Diplomandin: Doris Verardo
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Katastrophenplanung ist erst bei einigen grossen Bibliotheken wie der Schweizerischen Landesbibliothek oder Universitätsbibliotheken ein Thema. Stark begrenzte Ressourcen und ein glimpfliches Davonkommen bei Katastrophenfällen in der Vergangenheit drängen Katastrophenplanung bei kleinen und mittleren Bibliotheken in den Hintergrund. Ziel dieser Diplomarbeit ist es, eine Grundlage zu einem Sicherheitskonzept für mittelgrosse schweizerische Bibliotheken zu bieten. Dazu werden die bekannten Möglichkeiten zur Notfallvorsorge und Schadensbehebung aus angloamerikanischer und deutschsprachiger Literatur zusammengefasst. Im praktischen Teil der Arbeit wird eine Risikoanalyse am Beispiel der Stadt- und Kantonsbibliothek Zug beschrieben. Die daraus abgeleiteten Massnahmen werden aufgezeigt und es wird der Frage nachgegangen, ob sie als "how-to-guide" anderen Bibliotheken nützen könnten. Die erarbeiteten Vorlagen im Anhang, wie Checklisten, Alarmplan und Evakuierungskonzept, sind als Hilfsmittel für diejenigen Bibliotheken gedacht, die noch kein eigenes Sicherheitskonzept haben.
Qualitätsmanagement im Info-Z - Bewertung und Implementierung
Diplomandin: Irene Zimmermann
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Auftraggeber: Info-Z, Mediothek der Kantonsschule Zug
Die HTW Chur hat ein Instrumentarium entwickelt, das auf dem EFQM-Modell basiert und eine kontinuierliche Verbesserung der Excellence in Bibliotheken ermöglicht. In der Diplomarbeit wird untersucht, ob sich dieses Modell an die Bedürfnisse und Gegebenheiten von Mittelschulmediotheken anpassen lässt. Das Info-Z, Mediothek der Kantonsschule Zug, führt eine Selbstbewertung durch und testet das angepasste Modell. Die Ergebnisse des Bewertungsdurchgangs werden ausgewertet und analysiert. Die abgeleiteten Verbesserungsmassnahmen werden implementiert. Sowohl die Selbstbewertungs- wie auch die Implementierungsphase werden beobachtet, reflektiert und aus den Erkenntnissen wird ein "Best-practice" für die beiden Prozesse Selbst-bewertung und Implementierung entwickelt.
