Diplomarbeiten 2007
Im Abschlussjahrgang 2007 des Voll- und Teilzeitstudiums Informationswissenschaft wurden insgesamt 47 Diplomarbeiten geschrieben. Das Themenspektrum ist entsprechend breit.
Einige der besten Diplomarbeiten wurden in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft publiziert und stehen online im Volltext zur Verfügung.
Bei Interesse an einer der anderen Arbeiten wenden Sie sich bitte an Iris Capatt.
Übersicht der Arbeiten
Abstracts
Digitale Erschliessung von Kulturgütern im Kanton Graubünden – Basisgrundlagen für ein Erschliessungskonzept.
Diplomand: Michael Aschwanden
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Zurzeit sind Kulturgüter im Kanton Graubünden nicht einheitlich digital erschlossen. So können diese auch touristisch nicht genutzt werden. Hinzu kommt, dass die Tourismuslandschaft im Kanton Graubünden stark fragmentiert ist. Durch die digitale Erschliessung von Kulturgütern im Projekt „Multitour“ (Datamart für Kulturgüter) soll diesem Missstand entgegengetreten werden. Dies soll realisiert werden durch eine konzeptionelle Erstellung einer Informations- und Transaktionsplattform für den Tourismus des Kantons Graubünden.
In der folgenden Arbeit werden deshalb Grundlagen erarbeitet zu Formaten, Metadaten und Erschliessungskonzept. Es soll aufgezeigt werden, welche Standards zurzeit verwendet werden und wie sie sich in einem Konzept zusammenschliessen lassen. Die erarbeiteten Grundlagen sollen dabei als Basis dienen, um bei einer späteren Umsetzung der Erschliessung der Kulturgüter im Kanton Graubünden eingesetzt zu werden.
E-Science und Bibliotheken – Theorie – Initiativen – Einbindung der Bibliotheken
Diplomandin: Judith Bailey
Referent: Dr. Rafael Ball
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Mit verteiltem Rechnen, virtueller Zusammenarbeit und Open Access steht den Wissenschaftlern eine neue Methode des wissenschaftlichen Arbeitens zur Verfügung, welche unter E-Science subsumiert wird. E-Science setzt zwar eine umfangreiche Infrastruktur voraus, eröffnet den Wissenschaftlern aber bisher ungeahnte Möglichkeiten bezüglich des Forschungsprozesses und der Kommunikation untereinander.
Seit je her versorgen Bibliotheken die Forschenden mit Informationen. Welche Auswirkungen E-Science auf die Bibliotheken hat, wird anhand der Diplomarbeit untersucht. Zunächst wird auf E-Science, die theoretischen Aspekte, Geschichte und Einsatzmöglichkeiten eingegangen, gefolgt von einer Übersicht über aktuelle europäische E-Science Initiativen. Abschliessend wird aufgrund von Umfrageergebnissen dargestellt, ob E-Science in Bibliotheken ein Thema ist. Gleichzeitig wird erläutert, welche Gründe für eine Einbindung von E-Science sprechen und welchen Nutzen sich Bibliotheken von ihrem Engagement versprechen, aber auch welche Schwierigkeiten dabei auftreten können und wie sie überwunden werden.
Reorganisation und Neuausrichtung der Benutzungsdienste am Beispiel der Kornhausbibliothek im Zusammenhang mit der Einführung von RFID
Diplomandin: Nina Baumann
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Ausgangslage für die vorliegende Diplomarbeit ist die bevorstehende Neuausrichtung und Reorganisation der Benutzungsdienste in der Kornhausbibliothek Bern. Im Bibliothekswesen in der Schweiz wird die Umstellung von allgemein öffentlichen Bibliotheken auf die Technologie RFID erst seit wenigen Jahren vorgenommen. Die Kornhausbibliothek führt RFID im Jahr 2008 ein. Mittels Experteninterviews in vier Bibliotheken in der Schweiz, die RFID bereits eingeführt haben, wurde ermittelt, welche Erfahrungen bei den Schulungen des Personals, der Übergangsphase und der Personalpolitik gemacht wurden. Des Weiteren ist in der Kornhausbibliothek die Einführung von neuen Dienstleistungen geplant. In der Arbeit wird eine Auswahl von neuen Dienstleistungen im Bibliothekswesen vorgestellt und diskutiert. Neben Empfehlungen für die Kornhausbibliothek soll die Arbeit auch eine Hilfestellung für allgemein öffentliche Bibliotheken sein, die RFID und neue Dienstleistungen einführen wollen.
Business & Competitive Intelligence: Ihre Bedeutung in kleinen und mittleren Unternehmen
Diplomand: Roger Böller
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Systematische Ansätze zur Business und Competitive Intelligence haben den Ruf, vor allem in grösseren Unternehmen zum Einsatz zu kommen. Trotzdem sammeln auch kleine und mittlere Betriebe (KMU) jeden Tag eine Vielzahl von Daten zum Geschäftsablauf und zum Marktumfeld. Inwieweit dabei systematische Ansätze zur Business & Competitive Intelligence angewandt werden, ist bisher weitgehend unerforscht. Vor diesem Hintergrund wird in der Diplomarbeit einerseits untersucht, wie gross die Bedeutung von solchen Ansätzen in KMU-Betrieben ist und andererseits, welche Software-Lösungen in diesem Bereich existieren und wie verbreitet diese sind. Die Bedeutung von Business & Competitive Intelligence wird hauptsächlich anhand von Exper-teninterviews und aktueller Fachliteratur untersucht; für die Untersuchung des Software-Angebotes werden zusätzlich dazu auch Internetrecherchen ausgewertet.
Neue Modelle des Journal Ranking
Diplomand: Manuel Bonetti
Referent: Dr. Rafael Ball
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Gegenwärtige Ranking-Methoden scheinen heute den Anforderungen einer modernen, sehr wirtschaftlich ausgerichteten Wissenschaftskommunikation nicht mehr gewachsen zu sein. Da die Quantifizierung und Analyse von Wissenschaftskommunikation längerfristig eine immer wichtigere Rolle spielen wird, ist die Erarbeitung neuer und verbesserter Ansätze des Journal Rankings notwendig.
Als Einführung in die Thematik und zum besseren Verständnis der Entwicklung wird im ersten Teil der Arbeit das momentan vorherrschende Ranking-Modell des „Institute of Scientific Information“ vorgestellt. Zentrales Element der Arbeit ist jedoch die Präsentation zweier neuer Ranking-Ansätze. Das Konzept des „Hirsch type index for Journals“ wird lediglich oberflächlich behandelt, da es nicht über das Potenzial des Konzeptes von „Journal-Ranking.com“ verfügt. Dessen Ranking-Methode wird in ihren Funktionalitäten sehr detailliert beschrieben und verständlich gemacht. Neben der Beurteilung der Ranking-Parameter befasst sich die Arbeit auch mit einem Vergleich der alten und neuen Ranking-Methoden, um so festzustellen, ob Optimierungen des Journal Rankings erreicht wurden.
Stakeholder-Erwartungen als Basis einer Angebotsoptimierung für allgemeine öffentliche Bibliotheken: Modellentwicklung und Erprobung am Fallbeispiel der Allgemeinen Bibliotheken der GGG (ABG) in Basel
Diplomandin: Brigitte Brüderlin
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Verschiedene allgemeine öffentliche Bibliotheken der Schweiz konstatieren nach Jahren der Steigerung einen Rückgang bei den Benutzer- und Ausleihzahlen. Dieser Rückgang schwächt die Verhandlungsposition der Bibliotheken, da diese Zahlen als Erfolgsnachweis in Subventionsverhandlungen genutzt werden. Als Ursache kann sowohl ein ungenügend an die Erwartungen angepasstes Angebot als auch eine ungenügende Leistungsmessung vermutet werden.
Diesen Vermutungen wird anhand eines selbst entwickelten Modells am Fallbeispiel der Allgemeinen Bibliotheken der GGG (ABG) in Basel auf den Grund gegangen. Dazu werden die Stakeholder-Ansprüche erhoben, die Leistungen unter diesem Blickwinkel überprüft und Vorschläge zur Angebotsverbesserung gemacht. Es wird gezeigt, dass sich die Ergebnisse auch auf andere Bibliotheken übertragen lassen. Als Konsequenz wird den Bibliotheken die Einführung des Strategischen Managements und eine verbesserte Leistungsmessung unter Einbezug der Erkenntnisse der Wirkungsforschung vorgeschlagen.
Das Shop-in-the-Shop-Prinzip in Bibliotheken – anhand eines Konzepts für ein Jugendinformationszentrum in der Stadtbibliothek Winterthur
Diplomandin: Claudia Büchi
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Die beiden Begriffe Shop-in-the-Shop und Jugendinformation sind in der Informationswissenschaft noch weitgehend unbekannt. Das Shop-in-the-Shop-Prinzip stammt aus dem Einzelhandel. Damit es erfolgreich eingesetzt werden kann, müssen verschiedene Rahmenbedingungen und Voraussetzungen vorhanden sein. Das Shop-in-the-Shop-Konzept hat aber auch seine Grenzen und nicht alle Ziele lassen sich damit erreichen. Beispiele aus dem Bibliotheksbereich veranschaulichen die Thematik. Jugendinformation wird im deutschsprachigen Raum zum jetzigen Zeitpunkt meist durch die Jugend- oder Sozialarbeit abgedeckt. Eine Einführung ins Thema und Ausblicke auf andere Länder helfen, die Jugendinformation und Jugendinformationszentren vertraut zu machen. Durch einen Vergleich verschiedener Jugendinformationszentren aus dem In- und Ausland ergeben sich gewisse Erfolgsfaktoren. Darauf aufbauend wird ein Konzept für ein Jugendinformationszentrum in Winterthur erstellt.
Web 2.0: Implikationen für das Kundenbeziehungsmanagement
Diplomandin: Sonja Bürgler Künzler
Referent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Der Internetdienst World Wide Web (Web) erlaubt dank neuen und einfacheren Technologien zunehmend mehr Interaktivität der User. Der amerikanische Verleger Tim O’Reilly u. a. hat mit dem Kunstbegriff „Web 2.0“ diese neue Wahrnehmung des Webs fassbar gemacht. Auch dem Kundenbeziehungsmanagement von Unternehmen, welches die langfristige Beziehungspflege zwischen Kundschaft und Unternehmung zum Ziel hat, bietet das Web 2.0 neue Möglichkeiten.
In dieser Arbeit werden einerseits Kundenbeziehungsmanagement, Web 2.0 und Kundenbeziehungsmanagement im Web 2.0 als theoretische Grundlagen beschrieben. Die Implikationen des Webs 2.0 für das Kundenbeziehungsmanagement werden zudem anhand von Mehrfallstudien untersucht. Die dafür ausgewählten Unternehmen stammen aus zwei verschiedenen Branchen. Pro Branche wurden ein herkömmliches Unternehmen und ein im Web 2.0-Zeitalter entstandenes Start-Up ausgewählt.
Die Auswertung der Fallstudien gibt Auskunft darüber, wie diese Firmen verschiedene Web 2.0-Anwendungen/Konzepte in ihre Webauftritte integrieren und der Kundschaft zur Verfügung stellen. Die Auswertungen der Fallstudien werden zuerst branchenintern und anschliessend branchenübergreifend miteinander verglichen.
Betriebliche Weiterbildung in allgemeinen öffentlichen Bibliotheken - zufällig oder geplant?
Diplomandin: Monika Burch
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Stete berufliche Weiterbildung ist für Bibliothekarinnen und Bibliothekare unabdingbar. Indem sie ihre beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erhalten und weiter entwickeln sind sie in der Lage, auf Veränderungen in ihrem Berufsfeld zu reagieren oder diese aktiv mitzugestalten. Zudem sind die Bibliotheksverantwortlichen zur Erreichung der Unternehmensziele auf kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Betriebliche Weiterbildung kann diese Anforderungen unterstützen. Nach der Darstellung des Zusammenhangs Personalentwicklung und Weiterbildung, der Definition von Kompetenzen/Qualifikation und Motivation, werden Formen der Weiterbildung beschrieben sowie die Bedarfsermittlung und die Evaluation von Weiterbildungsmassnahmen näher betrachtet. Kurze Beschreibungen von Anbietern bibliotheksspezifischer Weiterbildung runden den theoretischen Teil ab. Eine Befragung der Verantwortlichen der allgemeinen öffentlichen Bibliotheksnetze der Städte Basel, Bern, Winterthur und Zürich ermittelte den Stellenwert und die Hand-habung der betrieblichen Weiterbildung in der Praxis.
Der Einsatz von Computer Supported Cooperative Work (CSCW) in Enterprise 2.0. Eine Analyse der intra- und interorganisatorischen Zusammenarbeit
Diplomandin: Nihan Corakci
Referent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Das Arbeiten in selbst gesteuerten, dynamischen und aufgabenbezogenen Teams gewinnen zunehmend an Bedeutung, um die Produktivität und Qualität der Produkte zu steigern. Parallel zu dieser Entwicklung ermöglicht die sich rasch entwickelnde Informations- und Kommunikationstechnologie, dass Teams und Arbeitsgruppen zeit und ortunabhängig arbeiten und kooperieren können. In diesem Zusammenhang wird das interdisziplinäre Forschungsgebiet Computer Supported Cooperative Work (CSCW) vorgestellt. Es untersucht den Einsatz von Technik in der Zusammenarbeit, um Effizienz und Effektivität der Teams und Arbeitsgruppen in Organisationen zu steigern. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick bezüglich der Entwicklung der Zusammenarbeit in den Gruppen zu geben. Auch die Herausforderungen für die Organisationen in Bezug auf Netzökonomie werden näher untersucht. Auf dieser Basis wird anschliessend ein neues Leitbild „Enterprise 2.0“ für Organisationen in Bezug auf Gruppen definiert und diskutiert.
Information Audit im juristischen Umfeld. Am Beispiel einer grossen Rechtsanwaltskanzlei in Zürich.
Diplomandin: Sarah Deppeler
Referent: Prof. Dr. Urs Naegeli
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Mit der Methode „Information Audit“ werden die Informationssituation und die
Informationsbedürfnisse der Zürcher Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey ermittelt.
Aufgrund der durchgeführten Interviews mit den Juristen werden anhand der gesam-melten Daten und Erkenntnisse Empfehlungen für eine optimale Nutzung von Datenbanken und anderen Informationsressourcen formuliert. Die Diplomarbeit gibt einen kurzen Überblick über die Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey und beschreibt die Definition und verschiedenen Vorgehensmodelle der Methode „Information Audit“. Schliesslich wird ein fünfstufiges Modell auf die Kanzlei angewendet und im Abschluss werden die daraus gezogenen Erkenntnisse und Empfehlungen abgegeben und dokumentiert.
Integration allgemeiner öffentlicher Bibliotheken in Verbünde unter besonderer Berücksichtigung des Standorts St.Gallen
Diplomandin: Marianne Engler
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Bibliotheksverbünde in der Deutschschweiz sind Sache der wissenschaftlichen Bibliotheken. In der Westschweiz hingegen werden allgemeine öffentliche Bibliotheken in den RERO-Verbund integriert. Diese Feststellung wirft die Frage auf, ob es sinnvoll ist, allgemeine öffentliche Bibliotheken in Verbünde mit wissenschaftlichen Bibliotheken zu integrieren oder ob für diesen Bereich besser eigene Verbünde geschaffen werden sollen? Für die Betrachtung dieser Fragestellung wurde der Kanton St.Gallen als geographischer Schwerpunkt gewählt. Ergänzend zur Analyse der beiden Schweizer Verbünde sowie zweier Deutscher Bibliotheksverbünde, wurden Interviews mit Entscheidungsträgern aus dem IDS und dem RERO geführt. Die Auswertung hat ergeben, dass eine Integration der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken zusammen, mit den wissenschaftlichen Institutionen in einem Bibliotheksverbund, viele Nachteile nach sich zieht und für St.Gallen nicht ratsam ist. Auf eine Kooperation unter den Schul- und Gemeindebibliotheken soll dennoch nicht verzichtet werden. Aus diesem Grund wird dem Kanton St.Gallen empfohlen, eine, von einer Koordinationsstelle geführte, Koope-ration anzustreben. Ein gemeinsamer Web-Opac, sowie weitere gemeinsame Projekte sollen die Bibliotheken in eine gemeinschaftliche Zukunft führen.
Vom Text zur Ontologie: das Lernen von Ontologien aus Texten am Beispiel von Text2Onto.
Diplomandin: Benedicta Erny-López
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Ontologien definieren auf formale Weise die Terminologie für die Beschreibung und die Erklärung eines bestimmten Wissensgebiets. Sie erleichtern den Austausch und das Teilen von Wissen und werden als lingua franca des Semantischen Netzes erklärt. Die manuelle Erstellung von Ontologien ist kostspielig: Grosser Zeitaufwand und viele Ressourcen sind dafür notwendig. In den letzten Jahren wurden deshalb Methoden für das halbautomatische Ontologielernen aus Texten entwickelt.
Diese Diplomarbeit fokussiert auf die Implementierung von Text2Onto, eine Software für Ontologielernen des Instituts AIFB in Karlsruhe. Text2Onto wurde an deutschen und englischen Textkorpora aus den Bereichen der Gartendenkmalpflege und des Kulturgüterschutzes eingesetzt und geprüft. Die Diplomarbeit untersucht, welche Voraus-setzungen gegeben sein müssen, damit dieses halbautomatische Verfahren die Experten bei der Ontologiebildung unterstützen kann. Eine Referenzontologie oder sogenannter Goldstandard wurde für den Vergleich mit der halbautomatisch gelernten Ontologie eingesetzt. Zudem wurden für die Arbeit verschiedene Szenarien gewählt, wel-che die Resultate beeinflusst haben.
Die nachträgliche Dokumentenerschliessung einer Registratur einer privatrechtlichen Organisation
Diplomand: Nicolas Escolano
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Registraturen bilden in privatrechtlichen Organisationen für die Sachbearbeitung eine bedeutende Grundlage für die effiziente Bearbeitung von Aufträgen. Werden solche Registraturdossiers digitalisiert, müssen die Dokumente sinnvoll inhaltlich erschlossen werden, damit die effiziente Nutzung der Registratur durch die Sachbearbeiter gewährleistet werden kann. In dieser Arbeit wird untersucht, welche Überlegungen bei einem Nachdigitalisierungsprojekt von Registraturen zentral sind. Dabei werden einige Hinweise zum Qualitätsmanagement und zur Projektdurchführung erläutert. Anhand theoretischer Ansätze und eines ausführlich beschriebenen Fallbeispiels werden die Schwierigkeiten der inhaltlichen Erschliessung angegangen. Aufgrund Überlegungen zu den "naiven" Klassifikationen wird eine alternative Erschliessungsform vorgestellt, die es ermöglicht, eine grosse Menge an Geschäftsdokumenten aus einer Registratur eines Kundenservices auch mit sachunkundigen Mitarbeitern zu erschliessen.
Auskunft evaluiert – Was fragen die Benutzer und stimmt die Auskunft?
Diplomandin: Beatrice Frei
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Eine deutsche Studie hat gezeigt, dass über 50% der Auskünfte in einer Bibliothek für den Benutzer nicht zufrieden stellend sind. Aufgrund dieser Ergebnisse untersucht die vorliegende Diplomarbeit die Qualität der Auskunft an einer schweizerischen Bibliothek. Mit Hilfe der teilnehmenden Beobachtung wurden sowohl die Benutzeranfragen als auch die Antworten des Personals der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel untersucht. Die Ergebnisse der Evaluation haben gezeigt, dass sich die Methode der teilnehmenden Beobachtung nur bedingt eignet, um die Auskunft zu bewerten. Die meistgestellten Anfragen sind Probleme im Bereich Technik und die Bitte um Hilfe bei der Recherche im Bibliothekskatalog. Die Universitätsbibliothek hat in der Untersuchung besser abgeschnitten als der Durchschnitt der Vergleichsstudie, die Auskunftsqualität ist mit 88% richtig beantworteter Fragen sehr hoch.
Benutzer- und Anforderungsprofil einer Fachhochschulbibliothek im Gesundheitsbereich - gezeigt am Beispiel der Bibliothek der Berner Fachhochschule Gesundheit
Diplomandin: Beatrice Frick
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Dr. Rafael Ball
Die Veränderungen in der Bildungslandschaft der Gesundheitsberufe der Schweiz und der damit verbundene Wechsel gewisser Berufe vom Niveau Höhere Fachschule auf Fachhochschule erfordern zeitgemässe, diesem Niveau angepasste Bibliotheken. Damit die Bibliotheken diesen Auftrag erfüllen können, müssen sie einerseits ihre Hauptzielgruppe kennen, um diese mit der nötigen Fachliteratur versorgen zu können und sich andererseits ihrer Anforderungen und Aufgaben bewusst sein, um die entsprechenden Angebote den Bedürfnissen anzupassen. Ein solches Profil existiert noch nicht. Diese Lücke soll mit dieser Diplomarbeit geschlossen werden. Mittels eine Umfrage in Fachhochschulbibliotheken Gesundheit in Deutschland, England, Schweden, Österreich und der Schweiz wurden Daten gesammelt, ausgewertet und daraus ein Standard abgeleitet, welcher als Grundlage für dieses Anforderungsprofil diente. Am Fallbeispiel der Bibliothek der Berner Fachhochschule Gesundheit werden die einzelnen Standards diskutiert und realisiert.
Entscheidungsgrundlage für die Erschliessung und Pflege historischer Plakatsammlungen am Beispiel der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich
Diplomandin: Susanne Giezendanner
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Plakatsammlungen finden sich aufgrund ihrer schwierigen Einordnung in den Kulturbetrieb in den verschiedensten Institutionen. Die Auffindbarkeit dieser Sammlungen wird oft dadurch erschwert, dass ihre Bestände nur lückenhaft oder gar nicht erschlossen und die Sammlungen nicht im World Wide Web präsent sind. Die Originalobjekte lagern unter teilweise prekären Bedingungen, die die Erhaltung dieses Kulturguts für die Nachwelt gefährden. Ein im ersten Teil der Arbeit erstelltes Vorgehensmodell soll als Entscheidungshilfe für die Aufarbeitung solcher ungenügend erschlossenen und gelagerten Bestände dienen, unabhängig von der institutionellen Anbindung und der Grösse der Sammlung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erschliessung, der Digitalisierung von Bildmaterial sowie der Pflege und Konservierung der Objekte. In der anschliessenden praktischen Umsetzung am Beispiel der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich wird das Vorgehensmodell auf seine Praxistauglichkeit und allfällige Schwachpunkte untersucht.
Stand der Technik in der automatischen Bilderkennung
Diplomandin: Madlenka Hajnis
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Im Zeitalter der Globalisierung und der schnellen Entwicklung neuer Technologien, ist auch die Anzahl an digitalen Bildern angewachsen. Das WWW, Digitalkameras und Fototauschbörsen haben nebst den bereits vorhandenen, nicht öffentlich zugänglichen Bilddatenbanken und – archiven, eine Bilderflut nach sich gezogen, die mit neuen und effizienten Anwendungen beschrieben und suchbar gemacht werden müssen. Die automatische Bilderkennung und die damit zusammenhängende inhaltsbasierte Bildsuche (CBIR) sind seit Mitte der 1990er Jahren zu einem aktiven Forschungsgebiet geworden, mit dem sich Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen beschäftigen. In dieser Arbeit werden der Stand der Technik im Content-based Image Retrieval (CBIR) und die damit verbundenen Probleme dargestellt. Funktionen und Bestandteile eines CBIR–Systems werden verständlich erklärt. Am Ende werden die Wichtigkeit eines Evaluierungsverfahrens für die inhaltsbasierte Bildsuche und die in diesem Zusammenhang stehenden Schwierigkeiten erläutert.
Informationswissenschaftliche Zeitschriften und ihre Abdeckung in den relevanten Zitationsindices
Diplomand: Igor Hammer
Referent: Dr. Rafael Ball
Korreferent: Prof. Dr. Urs Naegeli
Auch in der Informationswissenschaft sind die wissenschaftlichen Zeitschriften das wichtigste Medium zur Verbreitung der neusten Forschungsergebnisse. Für die Forschenden in dieser Disziplin ist es deshalb wichtig zu wissen, welches die relevanten Periodika ihres Forschungsbereichs sind. Zitationsindices messen unter anderem wie häufig Artikel und ganze Zeitschriften von Wissenschaftlern zitiert werden und sind damit ein wichtiges Mittel zur Messung der wissenschaftlichen Bedeutung von Zeit-schriften.
Die vorliegende Arbeit hat sich die Aufgabe gestellt zu prüfen, wie gut die informationswissenschaftlichen Bereiche in den Zitatdatenbanken abgedeckt sind. Dazu wurden zuerst die Zeitschriften identifiziert, welche die Voraussetzungen erfüllen, um in die Datenbanken aufgenommen zu werden. In einem weiteren Schritt erfolgten eine inhaltliche Analyse und die Zuordnung jeder Zeitschrift zu einem Teilbereich der Informationswissenschaft. Danach wurden die kommerziellen Zitationsindices von „Scopus“ und dem „Web of Science“ daraufhin untersucht, wie gut sie die verschiedenen bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Forschungsbereiche abbilden.
Multimedia Retrieval – Ein State-of-the-Art Bericht
Diplomandin: Nadine Hirs
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Durch die jüngsten technischen Errungenschaften in der Unterhaltungselektronik, in der Datenübermittlung und in der Computertechnologie ist die inhaltsbasierte Suche nach Multimediadaten sehr wichtig geworden. Da immer mehr multimediale Dokumente zur Verfügung stehen, drängen sich Lösungen zu deren Verwaltung und Wiederauffindung auf.
Der erste Teil der vorliegenden Arbeit beschreibt die vorhandenen Experimentalsysteme im Bereich Multimedia Retrieval. Dazu wurde in den einschlägigen Fachquellen recherchiert. Nach dem Konzeptbeschrieb erfolgt im zweiten Teil der Arbeit die wissenschaftliche Evaluation der einzelnen Prototypen, die anhand eines Kriterienkataloges ausgewertet und in einen methodischen Rahmen eingeordnet werden. Es wird aufgezeigt, welche neuen Ansätze hinter den einzelnen Konzepten stehen. Zudem wird dargestellt, welchen Konzepten kommerzieller Erfolg beschieden sein könnte, und welche zum Scheitern verurteilt sind.
Potenziale semantischer Konzepte zur Optimierung der Internet-Suche – Eine systematische und kritische Reflexion
Diplomandin: Anita Hofmann
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Das World Wide Web (WWW), so wie wir es heute kennen und nutzen, ist in der Vision seines Erfinders Tim Berners-Lee noch nicht vollkommen. Er stellt sich das WWW als ein semantisches Netz vor, das das bestehende erweitert. Informationen werden darin mit maschinenlesbarem Bedeutungsinhalt versehen. Computer müssen auf strukturierte Informationen zugreifen und anhand dieser Daten schlussfolgern können. Diese Art der Datenverarbeitung kann allerdings erst funktionieren, wenn neben den Daten auch deren Bedeutung (Semantik) abgelegt wird.
Im Rahmen dieser Arbeit werden zuerst die wichtigsten Grundlagen und Konzepte besprochen, die für das Funktionieren des Semantic Web benötigt werden. Anschliessend werden sieben Projekte vorgestellt, die durch die Nutzung von Semantik eine Optimierung der Suche im Semantic Web zum Ziel haben. Eine Auflistung der Vor- und Nachteile und der Potenziale der sieben Suchmaschinen-Projekte sowie ein Überblick bilden den Abschluss der Arbeit.
Öffnung von Fernseharchiven im Internet – Trends und Barrieren
Diplomandin: Stephanie Kaiser
Referent: Prof. Dr. Josef Herget
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Fernsehanstalten sehen sich je länger je mehr mit der Forderung nach einer Öffnung ihrer Archive für die Öffentlichkeit konfrontiert. Aufgrund der Ausrichtung der Archive als interne Anlaufstellen und der Speicherung der audiovisuellen Inhalte auf professionellen Trägern konnte diesem Begehren bisher nicht nachgekommen werden. Mit der flächendeckenden Verbreitung des Internets und der Digitalisierung der Archivbestände ist nun aber die Grundlage für breit angelegte Archivöffnungen geschaffen. Doch auch wenn die technischen Voraussetzungen unterdessen gegeben sind, gibt es auf dem Weg zum freien Zugang zu audiovisuellem Kulturgut noch zahlreiche Barrieren zu überwinden. Ausgehend von Medienarchiven im Allgemeinen nennt diese Arbeit in einem ersten Teil die Hindernisse, aber auch die Beweggründe, die aus Sicht der Archive für eine Öffnung sprechen. Die Analyse ausgewählter Internetangebote von Rundfunkanstalten vermittelt einen Überblick über die gegenwärtigen Aktivitäten in diesem Bereich und betrachtet die Angebote auch im Hinblick auf Usability. Ausgehend vom Benchmarking werden im dritten Teil Trends herausgearbeitet. Mit einem Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen schliesst die Arbeit.
Kritische Erfolgsfaktoren bei Enterprise Suchmaschinen in Bezug auf Information Access
Diplomandin: Françoise Knüsel
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Information Access ist nicht nur auf Enterprise Suchmaschinen zurückzuführen. Der Zugang zu Daten und Information basiert auch auf der Informations-Architektur des privatwirtschaftlichen Unternehmens.
Diese Arbeit skizziert kritische Erfolgsfaktoren bei Enterprise Suchmaschinen und weist auf den wechselseitigen Zusammenhang zwischen Informations-Architektur, Informations-Management und Suchtechnologien hin. Mittels qualitativer Befragung von Vendors (Programmentwicklern und/oder Anbietern von Enterprise Suchmaschinen) und Nutzern wurden die kritischen Erfolgsfaktoren untersucht. Benutzerfreundlichkeit, Taxonomien, Feinabstimmungen usw. machen den Erfolg einer Enterprise Suchmaschine aus und können zur Beeinflussung kritischer Wettbewerbsfaktoren eingesetzt werden. Web-Suchmaschinen und Enterprise Suchmaschinen, die Webseiten, Desktop, Intranet und die unternehmensweite Suche integrieren, unterscheiden sich stark.
Open Innovation in Bibliotheken – Konzept eines Toolkits für User Innovation
Diplomandin: Monika Krichel
Referent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Korreferent: Dr. Raffael Ball
Kundenbedürfnisse ändern sich ständig. Bibliotheken erfassen diese Änderungen mittels empirischer Methoden wie Kundenbefragungen und passen ihrer Dienstleistungen diesen Bedürfnissen an. Befragungen können nur mit sehr grossem Aufwand kontinuierlich durchgeführt werden und weisen Schwächen in der Ermittlung individueller Kundenbedürfnisse auf.
Unter den Begriffen „Open“ und „User Innovation“ werden in der Betriebswirtschaft Methoden diskutiert, die den Einbezug des Kunden in den Innovationsprozess von Unternehmen ermöglichen sollen. Mit der Entwicklung von „Toolkits für User Innovation“ wurden Instrumente geschaffen, die es ermöglichen individuelle Bedürfnisse zu erfassen und für die Neuentwicklung von Produkten einzusetzen.
In dieser Arbeit werden diese neuen Methoden vorgestellt und deren Einsatzmöglichkeiten in Bibliotheken diskutiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Toolkits für User Innovation und der Entwicklung eines Konzepts für ein Toolkit für User Co-Design. Dieses Konzept soll denjenigen Bibliotheken als Grundlage und Leitfaden dienen, die sich für den Einsatz eines Toolkits für User Innovation zur Integration individueller Kundenbedürfnisse interessieren.
Shadowing an einer Studien- und Bildungsbibliothek – Untersuchung und Durchführung der sozialempirischen Methode Shadowing an der Kantonsbibliothek Graubünden
Diplomandin: Iris Kuppelwieser
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Traditionelle Benutzerbefragungen sind oft allgemein gehalten und beinhalten viele Fehlerquellen. Eine neue Evaluationsmethode aus der Konsumentenforschung, Shadowing, wird aus diesem Grund als alternative Methode in der Kantonsbibliothek Graubünden eingesetzt und kritisch reflektiert. Shadowing ist eine Kombination aus offener, teilnehmender Beobachtung und Befragung mit einem Fragebogen. Diese Diplomarbeit zeigt in einem ersten Schritt auf, was mit der Methode erreicht werden soll und wie sie aufgebaut ist. Zusätzlich beschrieben sind die aktuellen Einsatzfelder. Als zweiter Schwerpunkt werden die Vorbereitungen einer eigenen Untersuchung und die Überlegungen, mit denen das Konzept, die Zielsetzung und die Leitfäden dafür erstellt worden sind, beleuchtet. Weiter dargestellt sind die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Realisierung des Shadowings. Im Zentrum der durchgeführten Evaluation steht das Rechercheverhalten der Benutzer und speziell deren Umgang mit dem Online-Katalog. Diese Arbeit möchte Bibliotheken ermutigen, selbst ein Shadowing in Erwägung zu ziehen und zugleich werden Hemmschwellen abgebaut. Von den Erfahrungen aus dieser Untersuchung kann direkt profitiert werden.
Tagging als Mittel zur Erschliessung von Bildinhalten - untersucht am Beispiel von Flickr
Diplomandin: Claudia Lienhard
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Die Web 2.0-Anwendung „Flickr“ bietet ihren Mitgliedern die Möglichkeit, die eigenen Fotos hochzuladen und deren Inhalt durch Tags wiederzugeben. Da die User nach ihren eigenen Vorstellungen Tags vergeben, entsteht ein unkontrolliertes Vokabular, das auch Folksonomy genannt wird. Unter Wissenschaftlern und Informationsspezialisten führt diese neuartige Weise der Inhaltserschliessung zu kontroversen Debatten. Von den Kritikern wird das Tagging im Gegensatz zu der professionellen Beschlagwortung oft als zu subjektiv und unsystematisch bezeichnet. In der vorliegenden Diplomarbeit wird erforscht, ob sich Tagging zur Erschliessung von Bildinhalten eignet. Anhand einer Versuchsreihe in Flickr wird untersucht, welche Informationsbedürfnisse bei der Suche nach Bildern durch Tagging abgedeckt werden können und wo allfällige Grenzen liegen. Anhand bestehender Literatur wird zudem die Motivation beleuchtet, die dem Tagging zu Grunde liegt. Der erste Teil der Arbeit widmet sich theoretischen Grundlagen zu Web 2.0, Tagging, Folksonomy und Flickr. Darauf folgt die Erläuterung des Untersuchungsdesign, bevor die erzielten Ergebnisse ausführlich diskutiert werden.
Kommerzielles vs. Open Source Bibliothekssystem. Exemplarischer Vergleich eines kommerziellen mit einen Open Source Bibliothekssystem anhand von bibliothekarischen Anwendungsfällen aus Mitarbeitersicht
Diplomandin: Sibylle Meyer
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
In vielen Organisationen werden zunehmend Open Source Anwendungen eingesetzt. Auch für Bibliotheken sind spezialisierte Open Source Anwendungen verfügbar. Kann ein heute verfügbares OS-ILS eine Alternative zu einem im mehrjährigen Einsatz stehenden kommerziellen System sein? Anwendungsfälle für die traditionellen Komponenten eines integrierten Bibliothekssystems (Katalog, Ausleihe, Erwerbung) werden aus Mitarbeitersicht in einer strukturierten Form als Basis-, Standard- und Wunschanwendungen beschrieben. Diese Use Case werden je in einer kommerziellen Anwendung (ALEPH) und in einer Open Source Anwendung (KOHA) in einem quantitativen Vergleich auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Ergänzend zum Vergleichsresultat werden ausgewählte, in beiden Anwendungen für Anwender zugängliche Konfigurationsmöglichkeiten verglichen. Das Ergebnis des Vergleichs wird diskutiert und ein Ausblick auf einen künftigen Einsatz einer Open Source Bibliotheksanwendung in einer akademischen Bibliotheksumgebung wird gewagt.
Open Access von „Library and Information Science Journals“: eine Untersuchung zur Open Access Policy der Verlage und Herausgeber, der Open Access Geschäftsmodelle und der Wahrnehmung von Open Access Publikationen
Diplomandin: Esther Nellen
Referent: Dr. Rafael Ball
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Open Access bedeutet kostenloser und barrierefreier Zugriff auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse über das Internet. Diese Forderungen entstanden im Kontext der neuen Möglichkeiten des elektronischen Publizierens und der steigenden Preise für Fachzeitschriften bei gleichzeitig sinkendem Bibliotheksetat. Die Umsetzung soll einerseits durch die Selbst-Archivierung der Fachartikel erfolgen, andererseits durch Open Access Journals, in denen die Beiträge sofort und kostenlos zur Verfügung stehen. Die herkömmlichen Publikationsmodelle, die die traditionellen wissenschaftlichen Verlage anbieten, werden damit in Frage gestellt. Auf die Herausforderung „Open Access“ haben die Verlage mit OA Policies und alternativen Geschäftsmodellen reagiert.
Open Access ist ein Thema der Informationswissenschaft. Wie gehen Verlage und Herausgeber von Bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Zeitschriften damit um? Was erlauben Verlage den Autoren bei der Selbstarchivierung und welche Geschäftsmodelle verfolgen sie? Kann ein Zusammenhang zwischen OA Zugänglichkeit und Wahrnehmung festgestellt werden? Diesen Fragen geht die vorliegende Diplomarbeit mittels der vorhandenen Literatur und den Studien, durch Webrecherchen und einer Befragung der Verlage und Herausgeber der Journals nach. Die Diplomarbeit präsentiert einen Überblick über den Status Quo.
Untersuchung von visuellen Elementen zur Wirkungsbestimmung von Pressefotografien
Diplomandin: Kathryn Pfenninger
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Bilder verzeichnen eine zunehmende wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung. Doch die Bilderschliessung erfolgt hauptsächlich über formale Kriterien und lässt die Wirkung, die von einem Bild ausgeht, unberücksichtigt. Dies führt bei Recherchen oft zu unbefriedigenden Ergebnissen.
Diese Arbeit untersucht, ob aufgrund der spezifischen Kombination von visuellen Elementen auf eine bestimmte Bildwirkung geschlossen werden kann. Im Mittelpunkt steht eine Versuchsanordnung, die 20 Testpersonen unterbreitet wird. Darin werden die Wirkungsaspekte lebhaft, harmonisch, bedrohlich und trostlos untersucht. Als erstes werden Konzept und Entwicklung der Versuchsanordnung erörtert. Im zweiten Teil werden die Testergebnisse analysiert, wobei jene Bilder untersucht werden, die von der Mehrheit der Testteilnehmer übereinstimmend bewertet wurden. Resultat dieser Arbeit ist ein Merkmalskatalog, der für jeden Wirkungsaspekt die ihr zugrunde liegenden Elemente aufführt.
Web 2.0 im Tourismus - Soziale Web 2.0-Anwendungen im Bereich der Destinationen
Diplomand: Jonas Rebmann
Referent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Korreferent: Prof. Dr. Josef Herget
Das Internet wird bei der Informationssuche, Planung und Buchung von Reisen immer wichtiger. Zugleich erschwert die zunehmende Informationsflut das Auffinden von gewünschten touristischen Angeboten. Hinzu kommt, dass beim User vor allem in der Phase der Reisevorbereitung ein hohes und komplexes Informationsbedürfnis vorliegt. Web 2.0 verändert die Tourismusbranche. Soziale Web 2.0-Anwendungen bringen sowohl für Anbieter als auch Konsumenten neue Potenziale. Die Tourismusbranche reagiert unterschiedlich auf die Entwicklung und hat die Potenziale erst teilweise erkannt.
In der folgenden Arbeit wird untersucht, ob die Integration von Web 2.0 bei Schweizer Destinationen innovative Anwendungen bietet, um die User bei der gezielten Suche nach Informationen zu unterstützen und ihre Informationsbedürfnisse effizienter zu befriedigen. Zudem wird untersucht, ob die Destinationen dadurch ihre touristischen Produkte besser vermarkten und konkurrenzfähig bleiben können. In Szenarien werden mögliche Web 2.0-Anwendungen und Handlungsmöglichkeiten für Destinationen aufgezeigt.
Prozessablage im Archiv - Entwicklung eines ontologiebasierten Konzepts am Modell der Gemeinde Schiers GR
Diplomandin: Alexandra Rietmann
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Records Management als modernes Schriftgutverwaltungsinstrument gewinnt zusehends an Bedeutung. Damit wird gewährleistet, dass geschäftsrelevante Unterlagen den bestehenden Prozessen entsprechend abgelegt werden und dass jederzeit auf benötigte Dokumente zurückgegriffen werden kann. Doch wie soll sich die zukünftige Archivierung dieser prozessorientierten Ablagen gestalten? Wie können Prozessdossiers mit Unterlagen von verschiedenen Stellen so erfasst werden, dass der Ablauf mitsamt seinen Beziehungen auch im Archiv ersichtlich bleibt? Durch die Möglichkeit, mit Ontologien Objekt- und Beziehungsbeschreibungen erfassen und maschinell interpretierbar zu machen, stellen sie eine ideale Lösung dieses "Aussagendilemmas" dar.
Mit folgender Arbeit wird untersucht, welchen Mehrwert ein ontologiebasiertes Records Management-System hinsichtlich einer prozessorientierten Archivierung erbringt. Aufgrund einer Daten- und Strukturanalyse einer kleineren Gemeindeverwaltung werden Prozesse im Zusammenhang mit ihren Unterlagen und ihrem Beziehungsgeflecht erfasst. Dabei wird aufgezeigt, welche kontextuellen Aussagen durch diese Objekt- und Beziehungsbeschreibungen entstehen und wie diese in einem Archivsystem verwertet werden könnten.
Bibliometrie / Wissenschaftskommunikation: Der Hirsch-Index – ein neuer Indikator der Bibliometrie
Diplomandin: Sarah Leandrina Ruch
Referent: Dr. Rafael Ball
Korreferent: Prof. Dr. Urs Naegeli
Die Bibliometrie hat in den letzten Jahren einen massiven Aufschwung erlebt. Im Zuge dieser Entwicklung hat J. E. Hirsch 2005 einen neuen Indikator, den Hirsch-Index, vorgestellt. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurde dieser Index viel diskutiert, analysiert und sogar weiterentwickelt. Daher war das erste Ziel dieser Arbeit, eine deskriptive Zusammenfassung des State-of-the-Arts des Hirsch-Indexes zu liefern. Dabei wurde nebst der Definition auch auf die Anwendungsgebiete, die Stärken und Schwächen, das Verhältnis zu den traditionellen Indikatoren und die neuen, auf dem Hirsch-Index aufbauenden Indikatoren eingegangen. Das zweite Ziel bestand darin, eine Korrelation zwischen der Zitierrate und dem Hirsch-Index zu gewinnen. Auf Grund der Erkenntnisse aus der theoretischen Abhandlung wurde dieser Teil um die Untersuchungen zu bereits bestehende Formeln und zu weiteren Korrelationen zwischen neuen und traditionellen Indikatoren erweitert.
Bibliotheken und Integration: Best Practice – Grundlagen und Beispiele aus dem Ausland für die interkulturelle Bibliotheksarbeit in der Schweiz
Diplomandin: Annette Rüsch
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Die Integration von Immigranten und deren Nachkommen hat in Einwanderungsländern eine hohe gesellschaftliche Relevanz, denn sie betrifft die wesentlichen Bereiche des Zusammenlebens. Eine mangelhafte Integration kann wirtschaftliche und soziale Probleme bewirken. Aufgrund der Interdisziplinarität, braucht es für eine erfolgreiche Integration mehr als einen Akteur. Einer davon kann die Bibliothek sein, denn Wissen und Sprache sind wichtige Mittel für die Eingliederung in eine Gesellschaft. Bibliotheken sollen gemäss ihrem Auftrag diesen Zugang allen Bevölkerungsteilen ermöglichen können. Die interkulturelle Bibliotheksarbeit kann durch Kooperation gefördert werden, einerseits durch den fachlichen Austausch, aber auch durch das zentralisierte Bereitstellen von fremdsprachigen Medien. Anhand der Darstellung von politischen Vorraussetzungen und Beispielen interkultureller Bibliotheksarbeit in ausgewählten Ländern (Niederlande, Dänemark und Deutschland) wurden Visionen und Handlungsanweisungen für die Schweiz und ihr Bibliothekswesen erstellt. Ebenfalls auf den Grundlagen dieser Best Practice beruhen die Empfehlungen für die Reorganisation der zentralen Fremdsprachenbibliothek der Stiftung Bibliomedia Schweiz.
Modell zur Herleitung eines Anforderungskataloges für die Umstellung der Aktenführung in öffentlichen Verwaltungen von einem DMS auf ein RMS
Diplomandin: Anita Ruf
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Aufgrund der stetig zunehmenden rechtlichen und funktionellen Anforderungen im Bereich der Aktenführung stehen heute viele Verwaltungsorganisationen vor dem Problem, dass ihre Dokumenten Management Systeme den Anforderungen nicht mehr entsprechen. Um den gestiegenen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, stellen viele Verwaltungen ihre Systeme auf Records Management um.
Für die Einführung von Records Management Systemen stehen den Organisationen dabei diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Diese sind in ihrem Umfang und ihren Ausprägungen unterschiedlich ausgearbeitet. Die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel bieten jedoch nur bedingt eine Hilfestellung, da sie jeweils nur einzelne Aspekte einer Systemeinführung resp. -umstellung berücksichtigen. Es fehlt somit eine theoretische Grundlage, insbesondere im Bereich der Ist-Analyse und der Erstellung von Anforderungen an ein System. In dieser Diplomarbeit werden daher verschiedene Techniken zur Durchführung einer Analyse der Ist-Situation und dem Erstellen von Anforderungen aufgezeigt.
Entwicklung eines Modells zur Analyse der Schriftgutverwaltung in Gemeinden - Erarbeitet am Beispiel der Gemeindeverwaltung Schiers
Diplomandin: Miriam Scheidegger
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Die Notwendigkeit von Records Management und somit die optimale Verwaltung von Dokumenten und Unterlagen, ist unumstritten. Die Einführung von Records Management bedeutet allerdings mehr als die Implementierung einer neuen Software. Das Konzept muss den Gegebenheiten der Organisation angepasst werden; der Ist-Zustand sollte analysiert werden. Gemeindeverwaltungen haben oft nicht die Kapazitäten, eine aufwändige Analyse durchzuführen. Deshalb stellt die vorliegende Arbeit ein Modell zur Verfügung, welches es Verwaltungsstellen erlaubt, in einer Ist-Analyse die wichtigsten Aspekte einfach und effizient abzudecken.
Das Modell wurde entwickelt unter Einbeziehung der Implementierungsmethoden für Records Management aus dem Fachbericht der ISO Norm 15489 und DIRKS sowie weiteren Literaturstellen zur Analyse, welche im ersten Teil der Arbeit erläutert werden. Zudem flossen auch die Erfahrungen mit ein, welche aus der Ist-Analyse in der Gemeindeverwaltung Schiers hervorgingen. Das Analyse-Modell wird im zweiten Hauptkapitel vorgestellt, während die Ergebnisse aus dem Projekt mit der Verwaltung in Schiers in einem letzten Teil diskutiert werden.
Handreichungen zur Förderung von Informationskompetenz in der Zusammenarbeit von Bibliothek und Primarschule
Diplomandin: Irene Schuler
Referent: Prof. Urs Naegeli
Korreferent: Prof. Norbert Lang
Die Förderung von Informationskompetenz – einer Schlüsselkompetenz für lebenslanges Lernen – ist eine Arbeit, die nur von Bibliotheken und Schule gemeinsam geleistet werden kann. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den beiden Bildungsträgern stehen öffentliche Bibliotheken vermehrt vor organisatorischen sowie inhaltlich-didaktischen Herausforderungen.
Die vorliegende Arbeit betrachtet die Übertragbarkeit von Standards und Modellen der Informationskompetenz auf die Primarschulstufe und trägt Kriterien für eine gute Kooperation zwischen öffentlichen Bibliotheken und Primarschulen zusammen. Der Kriterienkatalog soll interessierten Bibliothekarinnen, Bibliothekaren und Lehrpersonen sowie weiteren beteiligten Partnern als Basis für die Zusammenarbeit dienen.
Das elektronische Fachbuch: Konkurrenz oder Verkaufsförderung der gedruckten Ausgabe?
Diplomandin: Ursula Schönenberg
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Norbert Lang
Wissenschaftlichen Gesellschaften und Bibliotheken stehen heute Plattformen im Internet zur Verfügung, auf denen sie Bücher und Buchreihen, die sie herausgeben, frei zugänglich publizieren können. Die Herausgeber haben aber Bedenken, dass die online Publikation sich negativ auf den Absatz der gedruckten Ausgabe auswirken könnte. Andererseits wird vermutet, dass elektronische Publikationen einen Marketingeffekt besitzen.
Bisher liegen keine schlüssigen Erkenntnisse darüber vor, welche Auswirkungen elektronische Fachbuchpublikationen auf die gedruckten Ausgaben haben.
In der Diplomarbeit wird untersucht, welche Politik kommerzielle Verlage in elektronischem Publizieren verfolgen, wie sich die höhere Visibilität von elektronischen Inhalten auswirkt und welche Erfahrungen mit hybriden Publikationen bereits gemacht werden konnten. Die Thematik wird aus der Sicht der Verleger, Herausgeber, Buchhändler und Wissenschaftler behandelt. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse und die wichtigsten Aspekte für die Entscheidungsfindung "online Publikation oder nicht", bilden den Abschluss der Arbeit.
Dienstleistungen von Spital-Bibliotheken: Informationsbedarf und Informationsverhalten des Spital-Personals - eine Studie am Beispiel der Deutschschweiz
Diplomandin: Dorothe Staub
Referent: Dr. Rafael Ball
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Wissenschaftliche Spital-Bibliotheken unterstützen mit ihren Dienstleistungen das Spital-Personal in der optimalen Patientenversorgung. Die fortschreitende Digitalisierung, medizintechnische Neuerungen, die Einführung von Tarifsystemen und der Spardruck im Gesundheitswesen steigern den Zeit- und Leistungsdruck auf das Spital-Personal ständig. Dadurch verändert sich sein Informationsbedarf und sein Informationsverhalten. Um das Personal weiterhin mit arbeitsrelevanten Informationen versorgen zu können, müssen die Dienstleistungen von Spital-Bibliotheken an die veränderten Bedürfnisse angepasst werden.
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Umfrage in einem Deutschschweizer Spital (Schweizer Paraplegiker-Gruppe Nottwil) sowie einer Literaturanalyse den Informationsbedarf und das Informationsverhalten des Spital-Personals. Auf der Basis dieser Ergebnisse kann ein Katalog von geeigneten Dienstleistungen von Spital-Bibliotheken identifiziert werden. Der Katalog rückt Dienstleistungen ins Zentrum, welche das Spital-Personal vor Ort bei seiner Arbeit unterstützen: ein leicht zugängliches Angebot an elektronischen Informationsquellen, Schulungen in ihrer Nutzung und persönliche Hilfestellung bei Informationssuchen.
Wahrnehmung und Erschliessung im klassischen Information Retrieval und Content-based Image Retrieval
Diplomand: Silvio Studer
Referent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Korreferent: Prof. Dr. Hans- Dieter Zimmermann
Diese Diplomarbeit handelt von der Wahrnehmung und Erschliessung im klassischen Information Retrieval und Content-based Image Retrieval. Im klassischen Information Retrieval geht man der Bedeutung der Bilder nach, hingegen konzentriert man sich im Content-based Image Retrieval hauptsächlich auf die Objekte eines Bildes.
Content-based Image Retrieval basiert auf dem Vektorraummodell, dass aus dem klassischen Information Retrieval bekannt ist. Im Content-based Image Retrieval werden Bilder nach ihren inhärenten Merkmalen wie Farbe, Form, und Textur untersucht, um möglichst ähnliche Bilder zu finden. Die Suche basiert auf Ähnlichkeit. Im klassischen Information Retrieval werden Bilder hauptsächlich intellektuell erschlossen, indem textuelle Repräsentanten Bilder inhaltlich beschreiben. Da die intellektuelle Erschliessung in Folge der immer grösser werdenden Bilderflut an ihre Grenzen stösst, bieten die neuen Ansätze im Content-based Image Retrieval neue Wege aus dem Dilemma. Momentan verspricht eine Kombination aus intellektueller und automatischer inhaltlicher Erschliessung die besten Resultate.
Mittelvergabe durch Leistungsauftrag: Eine praktikable Lösung für zentrale UBs-, Fakultäts- und Institutsbibliotheken? Chancen und Gefahren eines Finanzierungsmodells, mit Fokus auf die Schweiz.
Diplomandin: Caroline Süess
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Bedingt durch den konjunkturellen Wandel zu Beginn der 90er Jahre, ist man auch in der Schweiz dazu übergegangen, die Verwaltungstätigkeit nach New Public Management (NPM) Kriterien auszurichten. Angelehnt an die Grundsätze der Privatwirtschaft sah die Reform unter anderem vor, Leistungen kundenorientierter, effizienter und kostengünstiger zu erbringen. Um diese Ziele zu erreichen, bedient sich das NPM unterschiedlichen Instrumenten; eines davon ist der Leistungsauftrag.
Der erste Teil der Arbeit beschreibt die Reformbewegung und den Leistungsauftrag. Anschliessend wird der Frage nachgegangen, ob sich Leistungsaufträge als praktikabler Weg der Mittelzuweisung für wissenschaftliche Bibliotheken erweisen. In diesem Rahmen wurden vier Universitätsbibliotheken der Schweiz auf ihre Erfahrungen, Bedenken und Erwartungen im Zusammenhang mit Leistungsaufträgen befragt. Ergänzend und exemplarisch für eine erfolgreiche leistungsorientierte Mittelvergabe wird als Fallbeispiel die Universitätsbibliothek Heidelberg zugezogen. Die gewonnen Erkenntnisse zeigen, dass Leistungsaufträgen grundsätzlich ein gutes Zeugnis ausgestellt wird, hinsichtlich einer leistungsorientierten Mittelvergabe jedoch zwiespältige Ansichten herrschen.
Das Ende des langen Bibliothekstrends - auch in der Schweiz?
Diplomandin: Monika Sutter
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
Allgemeine Öffentliche Bibliotheken ermöglichen allen Bevölkerungsschichten den freien Zugang zu Information und Wissen. Mittels des Medienangebotes unterstützen sie die Menschen bei privaten und beruflichen Tätigkeiten. Wie in anderen Ländern, sind die Allgemeinen Öffentlichen Bibliotheken auch in der Schweiz zu einem wichtigen Bestandteil der Gesellschaft geworden. Während rund zwei Jahrzehnten stiegen die Benutzer- und Benutzungszahlen kontinuierlich und markant an. Im Jahre 2006 jedoch wurde ein bemerkbarer Benutzerschwund festgestellt. Erstaunlicherweise haben die Ausleihen teilweise noch zugenommen. Ziel dieser praxisnahen Arbeit ist es, eine Standortbestimmung durchzuführen, um diesen Bibliothekstrend zu belegen. In einer Makroebene werden nebst der Schweizerischen Bibliothekenstatistik, regionale, statistische Daten ausgewählter Bibliotheken analysiert. Zudem wird kurz die Situation der Länder Deutschland und Grossbritannien betrachtet. In einer Mikroebene wird die Sichtweise der Praxis mittels mündlichen und schriftlichen Befragungen eruiert. Die daraus resultierenden Ergebnisse liefern Informationen bezüglich der Ursachen für die Veränderungen bei den erhobenen Daten, sowie der Zukunft der schweizerischen All-gemeinen Öffentlichen Bibliotheken.
E-Mail Records Management / Die Aufbewahrung von E-Mails in Schweizer Organisationen als technische, rechtliche und organisatorische Herausforderung
Diplomand: Tristan Triponez
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Niklaus Stettler
Gegenstand dieser Arbeit ist die Aufbewahrung von E-Mails in Organisationen in der Schweiz. Die technischen Eigenschaften der marktdominierenden herkömmlichen E-Mail-Server-Systeme verursachen Probleme, die durch die sich laufend intensivierende Verwendung von E-Mail zum Austausch von Dokumenten und verbindlichen Informationen hervorgerufen werden. Die problematischen Aspekte werden anhand von Beispielen und Zahlen aus Studien und Untersuchungen illustriert. Ein Kapitel widmet sich den allgemeinen Aufbewahrungsvorschriften des schweizerischen Handelsrechts und zeigt weitere rechtliche Anforderungen an die E-Mail-Aufbewahrung auf, sowohl für private Unternehmen als auch für den öffentlichen Sektor. Es wird weiter untersucht, wie die Konzepte des Records Managements helfen können, E-Mails Geschäftsprozessen zuzuordnen. In einem weiteren Teil werden eine exemplarische Anzahl Softwarelösungen führender, in der Schweiz präsenter Anbieter evaluiert. Dies geschieht mit dem Ziel, zu beschreiben, bis zu welchem Grad diese Lösungen E-Mail Records Management ermöglichen und wie diese Systeme das Problem der Aufbewahrung und Archivierung von E-Mails lösen. Dabei werden auch zwei Beispiele aus der Praxis vorgestellt, in denen gezeigt wird, wie E-Mails in diesen Organisationen aufbewahrt werden. Eine Beschreibung der verschiedenen angetroffenen Vorgehensweisen bei der E-Mail-Aufbewahrung und weitere Schlussfolgerungen schliessen die Arbeit ab.
Datensicherung in Bibliotheksverbünden. Empfehlungen für die Entwicklung von Sicherheits- und Datensicherungskonzepten in Bibliotheksverbünden.
Diplomandin: Nadine Wallaschek
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Immer mehr Bibliotheken schliessen sich Bibliotheksverbünden an, die den teilnehmenden Institutionen zentrale Informatik-Dienstleistungen anbieten. Bibliotheksverbünde koordinieren die Zusammenarbeit der Bibliotheken untereinander durch einheitliche Regelungen der Katalogisierung und Fernleihe. Neben den beratenden, betreuenden und unterstützenden Aufgaben stellen die Bibliotheksverbünde den teilnehmenden Bibliotheken einen gemeinsamen Server und eine zentrale Datenbank für die Verwaltung der Daten zur Verfügung. Zu den Daten gehören sowohl die bibliographischen Daten als auch die Benutzerdaten der Bibliotheken. Um eine Beschädigung oder gar einen Verlust dieser Daten zu verhindern, müssen die Bibliotheksverbünde präventive und reaktive Massnahmen zur Datensicherung planen und umsetzen.
In der Diplomarbeit werden in einem theoretischen Teil die Möglichkeiten zur Gewährleistung der Datensicherheit und der Datensicherung dargestellt. Anschliessend gewährt eine praktische Untersuchung Einblicke in die Sicherheitskonzepte und Datensicherungskonzepte dreier wissenschaftlicher Bibliotheksverbundorganisationen.
Basierend auf den aus der Literaturanalyse und der Untersuchung gewonnenen Erkenntnissen werden Empfehlungen für die Konzeption und/oder Überarbeitung von sicherheitsspezifischen Dokumenten in Bibliotheksverbünden erarbeitet.
Idea Stores, ein erfolgreiches Bibliothekskonzept aus England – auch für die Schweiz?
Diplomandin: Isabelle Walther
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Dr. Rafael Ball
Der Benutzerschwund wird immer mehr zum Problem bei den Allgemeinen Öffentlichen Bibliotheken der Schweiz. Ausserdem wurden wichtige Trends im Bibliothekswesen in der Vergangenheit meist nicht rechtzeitig erkannt. Das Idea Stores Konzept zeigt einen weiteren Trend auf: Die Verschmelzung von Bibliotheksservices und Kursangeboten unter einem Dach. Auch die britischen Public Libraries verzeichneten in den letzten zwei Jahrzehnten zum Teil einen beunruhigenden Rückgang bei der Benutzung. Mit der Einführung des „Idea Stores“ Konzept gelang es allerdings, diesen negativen Trend zu brechen und die Besucherzahlen zu verdoppeln.
In dieser Arbeit wird das Konzept aus England beschrieben und anhand einer Best Practice Analyse aufgezeigt, dass die Entwicklung im Schweizer Bibliothekswesen in eine ähnliche Richtung wie bei den Idea Stores geht. Vor allem in den Bereichen Kundenorientierung und Bibliotheksstandort. Gegenwärtig wird es allerdings nicht als Aufgabe von Bibliotheken angesehen, neben Bibliotheksservices auch Kurse anzubieten. Das Idea Stores Konzept zeigt jedoch, dass ein Zusammenschluss von Bibliotheken und Weiterbildungseinrichtungen funktionieren kann.
Konzept eines Ablage- und Erschliessungssystems für archäologische digitale Pläne
Diplomand: Jan von Wartburg
Referent: Prof. Dr. Bernard Bekavac
Korreferent: Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer
Die Ausarbeitung befasst sich mit der Entwicklung eines Konzeptes für Metadaten, Funktionen und Prozesse in einem Ablage- und Erschliessungssystem für archäologische digitale Pläne. Schwerpunkt der Arbeit bildet die Erarbeitung eines Metadatenprofils, das auf die speziellen archäologischen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Als Grundlage für das Profil dient der ISO-Standard 19115 (Geographic Information – Metadata), welcher um archäologische Metadaten erweitert wird. Das archäologische Metadaten-Profil wird als XML-Schema entwickelt. Des Weiteren werden beispielhafte Ablage- und Erschliessungsprozesse mit Hilfe von UML-Diagrammen modelliert. Die Funktionen des Ablage- und Erschliessungssystems werden mit Hilfe von Experteninterviews ermittelt. In einem zweiten Teil der Arbeit werden die entwickelten Metadaten, Funktionen und Prozesse in der Praxis der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt an realen Objekten, Beispielen und Situationen angewendet und ausgetestet.
Bibliotheken aus dem Häuschen: aktuelle Kooperationsmöglichkeiten für allgemeine öffentliche Bibliotheken
Diplomandin: Dorothee Windlin
Referent: Prof. Dr. Robert Barth
Korreferent: Dr. Rafael Ball
Der Trend zu sinkenden Benutzungs- und Ausleihzahlen in vielen allgemeinen öffentlichen Bibliotheken führt dazu, dass sie auch härter um finanzielle Mittel kämpfen müssen. Mit einer breiten Abstützung in der Gesellschaft und der Übernahme neuer gesellschaftlicher Aufgaben können sie sich neue Arbeitsfelder erschliessen und sich in der beschleunigten Wissensgesellschaft behaupten.
Einzeln können die Bibliotheken diese Aufgaben aber meistens nicht übernehmen; durch Kooperationen mit Institutionen und Personen aus den unterschiedlichsten Gebieten können sie sich Unterstützung holen. Ausserhalb traditioneller Zusammenarbeit wie Bibliothek-Schule und Bibliothek-Bibliothek gibt es weitere vielfältige Möglichkeiten, durch die Bündelung von Ressourcen Aktionen mit Breitenwirkung zu realisieren, Lesekompetenz zu fördern und Hilfestellung beim lebenslangen Lernen anzubieten.
In einem ersten Teil zeigt die Diplomarbeit aus der Wirtschaft bekannte Kooperationsformen auf und überträgt sie anschliessend auf die Bibliothekswelt. Im zweiten Teil werden verschiedenste Kooperationsprojekte beschrieben und bewertet sowie praktische Hinweise zur Gestaltung von Kooperationen gegeben.



